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Päpstliches Werk für geistliche Berufe
Neue Berufungen für neues Europa

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  • VIERTER TEIL PÄDAGOGIK DER BERUFUNG »Brannte uns nicht das Herz in der Brust?...« (Lk 24,32)
    • Säen
      • b) Der Mut, überall zu säen
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b) Der Mut, überall zu säen

Gerade die Achtung dieser beiden Freiheiten bedeutet vor allem den Mut, den guten Samen des Evangeliums von der Auferstehung des Herrn, vom Glauben und von der Nachfolge zu säen. Dies ist die Voraussetzung; man kann überhaupt keine Berufspastoral betreiben, wenn dieser Mut nicht gegeben ist. Nicht nur dies; man mub überall säen, im Herzen eines jeden, ohne Bevorzugung oder Ausnahme. Wenn jeder Mensch Geschöpf Gottes ist, ist er auch Träger einer Gabe, einer besonderen Berufung, die anerkannt werden will.

Oft klagt man in der Kirche über die spärlichen Antworten betreffs der Berufung. Man übersieht dabei, dab das Angebot sich oft nur an einen beschränkten Personenkreis richtet und womöglich nach einer ersten Ablehnung sofort zurückgezogen wird. Es sei also daran erinnert, was Paul VI. sagte: »Dab doch keiner durch unsere Schuld das nicht kenne, was er wissen mub, um dem eigenen Leben eine andere und bessere Ausrichtung zu geben«.(97) Und dennoch, wie viele Jugendliche haben nie eine christliche Einladung vernommen betreffs ihres Lebens und ihrer Zukunft!

Es ist einzigartig, den Sämann des Gleichnisses zu beobachten, wie er mit grobzügiger Hand den Samen »überallhin« ausstreut; und es ist bewegend, in diesem Bild das Herz Gottes, des Vaters, zu erkennen. Es ist das Bild Gottes, der ins Herz eines jeden einen Heilsplan hineinsät; oder wenn wir wollen, es ist das Bild der »verschwenderischen« göttlichen Grobzügigkeit, die sich allen mitteilt, weil sie alle retten und zu sich rufen will.

Es ist das Bild des Vaters selbst, das im Handeln Jesu offenkundig wird, der die Sünder zu sich ruft, der seine Kirche aufbauen will mit Leuten, die für diese Sendung offensichtlich ungeeignet sind, der keine Schranken kennt und nicht auf die Person schaut.

In diesem Bild sich wiederfindend sät der Arbeiter in der Berufspastoral seinerseits aus, verkündet, schlägt vor, macht betroffen, immer mit derselben Großzügigkeit; und es ist gerade die sichere Überzeugung vom Samen, den der Vater in das Herz jeder Kreatur hineingelegt hat, die ihm die Kraft gibt, überallhin zu gehen und den guten Samen der Berufung auszusäen, nicht in den üblichen Räumen zu verharren und neue Bereiche anzugehen, um ungewohnte Versuche zu wagen und sich an jeden Menschen zu wenden.




97) Paul VI., Blickt auf Christus und die Kirche, Botschaft zum XV. Weltgebetstag für geistliche Berufe (16.04.1978), in Insegnamenti di Paolo VI., XVI, 1978, s. 256-260 (vgl. auch: Kongregation für das Katholische Bildungswesen, P.O.V.E., Messaggi Pontifici, 127).






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