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Begleiten
34. »Am gleichen Tag waren zwei von den
Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von
Jerusalem entfernt ist. Sie sprachen miteinander über all das, was sich
ereignet hatte. Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam
Jesus hinzu und ging mit ihnen. Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, so
dab sie ihn nicht erkannten« (Lk 24,13-16).
Um den pädagogischen Gehalt des
Begleitens, Erziehens und Ausbildens zu beschreiben, wählen wir die
Geschichte der beiden Jünger von Emmaus. Es ist ein bedeutungsvoller Text;
denn auber der Weisheit seines Inhaltes und der von Jesus angewandten
pädagogischen Methode glauben wir, in den beiden Jüngern auch das
Abbild so vieler heutiger Jugendlicher wiederzuerkennen, die traurig und mutlos
zu sein, und die die Freude an der Suche ihrer Berufung verloren zu haben
scheinen.
Der erste Schritt oder die erste
Aufmerksamkeit auf diesem Weg besteht darin, sich jemandem an die Seite zu
stellen: der Sämann oder derjenige, der im Jugendlichen das Bewubtsein vom
Samen, der in den Grund seines Herzens gelegt ist, wachgerufen hat, wird nun
zum Begleiter.
Im theologischen Teil der vorliegenden
Überlegungen wurde der Dienst des Begleitens als charakteristisch für
den Heiligen Geist bezeichnet; tatsächlich ist es der Geist des Vaters und
des Sohnes, der neben dem Menschen einhergeht, um ihn an das Wort des Meisters
zu erinnern; es ist auch der Geist, der im Menschen wohnt und in ihm das
Bewubtsein weckt, Sohn des Vaters zu sein. Es ist also der Geist das Modell, an
dem sich jener ältere Bruder oder jene ältere Schwester orientieren
mub, der bzw. die einen jüngeren Bruder oder eine jüngere Schwester
in deren Suche begleitet.
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