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Päpstliches Werk für geistliche Berufe
Neue Berufungen für neues Europa

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  • VIERTER TEIL PÄDAGOGIK DER BERUFUNG »Brannte uns nicht das Herz in der Brust?...« (Lk 24,32)
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      • a) Werdegang der Berufung
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a) Werdegang der Berufung

Nachdem wir den berufspastoralen Werdegang der Berufung beschrieben haben, fragen wir uns nun: Wie sieht der Werdegang eines Berufes auf pädagogischer Ebene aus?

Der pädagogische Werdegang einer Berufung ist eine Reise, die die Glaubensreife zum Ziel hat, ist wie eine Pilgerfahrt zum Erwachsenenalter des Gläubigen, der gerufen ist, über sich und über sein Leben in Freiheit und Verantwortung zu befinden, entsprechend dem geheimnisvollen Plan, den Gott für ihn erdacht hat. Eine solche Reise geschieht in Etappen und in Begleitung eines älteren Bruders oder einer Schwester im Glauben und in der Jüngerschaft, die den Weg, die Stimme und die Schritte Gottes kennen, die dabei helfen, den rufenden Herrn zu erkennen und den rechten Weg zu finden, auf dem ihm entgegenzugehen und zu antworten ist.

Der Werdegang eines Berufes ist demnach vor allem ein Weg mit Ihm, dem Herrn des Lebens, mit jenem »Jesus in Person«, wie Lukas sagt, der sich dem Weg des Menschen anschliebt, ihn mit ihm geht und in dessen Geschichte eintritt. Doch die Augen des Fleisches können ihn oft nicht erkennen. Dann wird das Gehen des Menschen einsam, der Dialog überflüssig, das Suchen droht ewig zu dauern, zu einem endlosen und oft narzistischen »Erfahrungen-machen« zu werden, auch berufungsbezogene, ohne jeden abschliebenden Erfolg. Es ist womöglich erste Aufgabe des Berufsbegleiters, die Anwesenheit eines Anderen aufzuzeigen oder die Relativität der eigenen Nähe und Begleitung einzugestehen, um Vermittler dieser Gegenwart oder dieses Weges zur Entdeckung des rufenden Gottes zu sein, der jedem Menschen nahe steht.

Wie die beiden Jünger von Emmaus oder wie Samuel in der Nacht haben unsere Jugendlichen oft keinen Blick, um zu sehen, keine Ohren, um den zu hören, der neben jedem einhergeht und so inständig wie taktvoll ihre Namen nennt. Der begleitende Bruder ist ein Zeichen für dieses taktvolle Drängen; seine Aufgabe ist es, den Ursprung dieser geheimnisvollen Stimme erkennen zu helfen; er redet nicht von sich, sondern verkündet einen Anderen, obschon dieser bereits da ist, wie Johannes der Täufer dies tat.

Der Dienst der Berufsbegleitung ist ein demütiger Dienst von jener heiteren und gelassenen Demut, die der Freiheit im Geist entspringt und sich »mit dem Mut des Hinhörens, der Liebe und des Dialogs« ausdrückt. Dank dieser Freiheit gewinnt die Stimme des Rufers an Klarheit und Entscheidungskraft. Und der Jugendliche sieht sich Gott gegenüber, entdeckt mit Staunen, dab es der Ewige ist, der durch die Zeit an seiner Seite geht und ihn zu einer endgültigen Entscheidung ruft!




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