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Päpstliches Werk für geistliche Berufe
Neue Berufungen für neues Europa

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  • VIERTER TEIL PÄDAGOGIK DER BERUFUNG »Brannte uns nicht das Herz in der Brust?...« (Lk 24,32)
    • Begleiten
      • c) Mit-teilen und Mit-Berufensein
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c) Mit-teilen und Mit-Berufensein

Eine Berufung zu begleiten bedeutet vor allem, etwas gemeinsam haben: das Brot des Glaubens, der Erfahrung Gottes, der Mühe des Suchens, bis hin zum Mit-teilen der Berufung, selbstverständlich nicht um sie aufzudrängen, sondern um die Schönheit eines Lebens zu bekunden, das sich nach dem Plan Gottes gestaltet.

Der richtige Ton in der Berufsbegleitung ist nicht der belehrende oder ermahnende und auch nicht der einseitig freundschaftliche, auch nicht von seiten des geistlichen Leiters (verstanden als einer, der das Leben eines andern sofort in eine bestimmte Richtung drängt), sondern es ist der Ton der confessio fidei.

Wer einen Beruf begleitet, bezeugt die eigene Berufswahl, oder besser, das eigene Erwähltsein von Gott. Er erzählt — nicht notwendigerweise in Worten — seinen eigenen Berufsweg und die andauernde Entdeckung seiner selbst im Charisma seiner Berufung; er stellt auch die Mühe, die Neuheit, das Risiko, die Überraschung und die Schönheit dar und macht sie verständlich.

So entsteht eine Berufungskatechese von Mensch zu Mensch, von Herz zu Herz, reich an Menschlichkeit und Originalität, an Leidenschaftlichkeit und Überzeugungskraft, eine wissens- und erfahrungsmäbige Animation. Es ist ein wenig wie die Erfahrung der ersten Jünger Christi, »Sie gingen mit ihm und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm« (Joh 1,39); es war eine tief betroffen machende Erfahrung, wenn Johannes nach vielen Jahren sich noch daran erinnert, dab es »gegen vier Uhr nachmittags war«.

Man kann Berufsanimation nur durch Ansteckung bewirken, durch direkten Kontakt, weil das Herz voll ist und die Erfahrung der Schönheit weiterhin siegt. »Die Jugendlichen sind am Lebenszeugnis von Menschen, die bereits auf einem geistliche Weg sind, sehr interessiert. Priester und Ordensleute müssen den Mut aufbringen, konkrete Zeichen ihres geistlichen Weges zu geben. Darum ist es wichtig, Zeit für die Jugendlichen aufzuwenden, auf ihrer Ebene sich zu bewegen, dort, wo sie sich befinden, sie anzuhören und auf die Fragen einzugehen, die sich aus der Begegnung ergeben«.(100)

Genau aus diesem Grunde ist der Berufsbegleiter auch ein Begeisterter seiner eigenen Berufung und seiner Möglichkeit, diese anderen zu vermitteln: er ist nicht nur überzeugter Zeuge, sondern zufriedener Zeuge, und deshalb auch überzeugend und glaubwürdig.

Nur so erreicht die Botschaft die spirituelle Ganzheitlichkeit der Person, d.h. Herz, Geist und Willen, indem sie etwas anbietet, das wahr, schön und gut ist.

Dies ist der Sinn von Mit-Berufung: niemand kann an der Seite eines Verkünders einer derart »Frohen Botschaft« gehen und sich nicht betroffen fühlen, »vollkommen berufen«, in allen Bereichen seiner Persönlichkeit, und ständig gerufen: zunächst von Gott, dann aber auch von vielen Personen, Idealen, unvorhersehbaren Situationen, unterschiedlichen Provokationen und menschlichen Vermittlungen des göttlichen Rufes.

Dann kann das Anzeichen für die Berufung besser wahrgenommen werden.




100) Propositiones, 22. Weiter: »Das erwachende Interesse für das Evangelium und für ein Leben, das ihm radikal geweiht ist, hängt zum groben Teil von den Priestern und Ordensleuten ab, die in ihrem Stand glücklich sind. Die Mehrheit der Kandidaten zum Priestertum und Ordensleben schreibt die eigene Berufung der Begegnung mit einem Priester oder einer Ordensperson zu« (ebd.).






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