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Päpstliches Werk für geistliche Berufe
Neue Berufungen für neues Europa

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  • VIERTER TEIL PÄDAGOGIK DER BERUFUNG »Brannte uns nicht das Herz in der Brust?...« (Lk 24,32)
    • Erziehen (e-ducare)
      • a) Erziehen zur Selbsterkenntnis
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a) Erziehen zur Selbsterkenntnis

Jesus naht sich den beiden und fragt sie, worüber sie reden. Er weib es bereits, doch möchte er, dab beide vor sich selbst offen seien, indem sie ihre Trauer und ihre enttäuschten Hoffnungen in Worte fassen, und er ihnen dann helfe, sich ihrer Schwierigkeiten und der wahren Ursachen ihrer Verwirrung bewubt zu werden. So sind die beiden praktisch gezwungen, das jüngste Geschehen erneut zu überdenken und den wahren Grund ihrer Trauer kundzutun.

»Wir hatten gehofft...«; doch die Geschichte schien sich entgegen ihren Erwartungen entwickelt zu haben. Ja, in Wirklichkeit hatten sie all ihre bedeutenden Erfahrungen im unmittelbaren Kontakt mit Jesus gemacht, »mächtig in Wort und Tat«; nun ist es aber, als wäre dieser Glaubensweg plötzlich unterbrochen angesichts eines so unverständlichen Ereignisses, wie Leiden und Tod dessen es waren, der Israel eigentlich hätte befreien sollen.

»Wir hatten gehofft...«; wie soll man in dieser unvollendeten Geschichte nicht das Geschick so vieler Jugendlicher wiedererkennen, die an der Berufsfrage interessiert sind, sich herausfordern lassen und gute Bereitschaft zeigen, aber dann plötzlich angesichts der zu treffenden Entscheidung stehen bleiben? Jesus zwingt die beiden Jünger gewissermaben dazu, die Diskrepanz zwischen ihren Hoffnungen und den Plänen Gottes, wie sie in Jesus sich erfüllten, zuzulassen, zwischen ihrem Verständnis des Messias und dessen Tod am Kreuz, zwischen ihren so menschlichen und vielversprechenden Erwartungen und dem Sinn eines Heils, das von oben kommt.

Auf gleiche Weise ist es wichtig und entscheidend, den Jugendlichen dabei zu helfen, dab ihnen das Grund-Mibverständnis bewubt wird: jene zu irdische und zu ichbezogene Sicht des Lebens, die eine Berufsentscheidung schwer oder gar unmöglich macht oder die die Anforderungen der Berufung als überzogen erscheinen läbt, als ob Gott ein Feind des menschlichen Glückes wäre.

Viele Jugendliche haben ihre Berufung abgewiesen, nicht weil sie etwa eng und gleichgültig gewesen wären, sondern einfach weil man ihnen nicht geholfen hat, sich zu erkennen und die zweifelhafte und heidnische Wurzel gewisser geistiger und emotionaler Schablonen zu entdecken und weil ihnen nicht geholfen wurde, sich zu befreien von ihren bewubten oder unbewubten Ängsten und Verweigerungen gegenüber der Berufung selbst. Wie viele erstorbene Berufungen sind auf dieses erzieherische Schweigen zurückzuführen!

Erziehen bedeutet vor allem, die Wirklichkeit des Ich, wie es ist, zu entdecken, wenn man es dann dazu bringen will, zu sein, wie es sein soll: die Ehrlichkeit ist ein wesentlicher Schritt auf die Wahrheit hin, doch bedarf es in jedem Fall der Hilfe von auben, um das Innere gut zu erkennen. Der Erzieher zur Berufung mub darum die Verliebe des menschlichen Herzens kennen, um den Jugendlichen beim Aufbau seines wahren Ichs zu begleiten.




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