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Päpstliches Werk für geistliche Berufe
Neue Berufungen für neues Europa

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  • VIERTER TEIL PÄDAGOGIK DER BERUFUNG »Brannte uns nicht das Herz in der Brust?...« (Lk 24,32)
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      • b) Die Wahrheit des Lebens erkennen
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b) Die Wahrheit des Lebens erkennen

In einem echten Bildungsprozeb auf eine Berufsentscheidung hin beginnt an dieser Stelle jedoch eine zweite »Erkenntnis«, nämlich: im eucharistischen Zeichen die Deutung des Lebens zu erkennen und zu entdecken. Wenn die Eucharistie das Opfer Christi ist, das die Menschheit rettet, und wenn dieses Opfer der gebrochene Leib und das für das Heil der Menschheit vergossene Blut ist, dann ist auch das Leben des Gläubigen aufgerufen, sich im gleichen Sinne zu gestalten: auch das Leben ist empfangenes Gut, das von sich aus danach strebt, hingegebenes Gut zu werden, wie das Leben des Ewigen Wortes: Dies ist die Wahrheit des Lebens, die Wahrheit eines jeden Lebens.

Die Folgerungen für den Bereich der Berufung liegen auf der Hand. Wenn es am Beginn der menschlichen Existenz ein Geschenk gibt, das diese in ihrem Sein begründet, dann ist der Weg des Lebens vorgezeichnet: wenn es Gabe ist, wird es sich selbst nur voll verwirklichen, indem es sich in der Linie des Sich-Schenkens entwickelt; es wird glücklich sein, wenn es diese seine Natur respektiert. Es mag sich entscheiden wofür es will, doch immer im Sinne des Geschenks; sonst wird es zu einem Sein im Widerspruch mit sich selbst, zu einem »Monstrum«; es wird frei sein, sich für einen besonderen Lebensweg zu entscheiden, doch ist es nicht frei, sich selbst als auberhalb der Logik des Geschenks stehend zu denken.

Die gesamte Berufspastoral baut auf dieser grundlegenden Katechese über den Sinn des Lebens auf. Wenn diese anthropologische Wahrheit angenommen ist, dann kann man jedwedes Berufungsangebot machen. Dann wird auch die Berufung zum geweihten Dienstamt oder zur Weihe als Ordensperson oder als Laie mit all ihrem Gehalt an Geheimnis und Entsagung zur vollkommenen Verwirklichung des Menschen und der Gabe werden, die jeder in seinem Innersten besitzt und selber ist.




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