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Päpstliches Werk für geistliche Berufe
Neue Berufungen für neues Europa

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  • VIERTER TEIL PÄDAGOGIK DER BERUFUNG »Brannte uns nicht das Herz in der Brust?...« (Lk 24,32)
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      • c) Die Berufung als dankbares Erkennen
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c) Die Berufung als dankbares Erkennen

Wenn jedoch die beiden Emmausjünger in der eucharistischen Geste den Herrn, und alle Gläubigen in ihr den Sinn des Lebens »erkennen«, dann entspringt die Berufung aus der »Erkenntnis«. Sie wächst auf dem fruchtbaren Boden der Dankbarkeit, denn die Berufung ist Antwort, nicht Initiative des einzelnen: sie ist Erwählung, nicht Wahl.

Gerade zu einer solchen inneren Haltung der Dankbarkeit mübte der Gesamtzusammenhang des bisherigen Lebens hinführen. Die Entdeckung, auf unverdiente und überreiche Weise empfangen zu haben, sollte den Jugendlichen innerlich »drängen«, seine Selbsthingabe in der Berufungsannahme als eine unvermeidliche Folge zu verstehen, als einen Akt, der frei ist, weil er von der Liebe bestimmt wurde; doch in gewissem Sinne auch ein schuldiger Akt, denn angesichts der von Gott empfangenen Liebe spürt der Jugendliche, dab er gar nicht anders kann, als sich hinzugeben. Es ist schön und völlig konsequent, dab das so ist; eigentlich ist es nichts Aubergewöhnliches.

Die Berufspastoral ist darauf ausgerichtet, zu dieser Logik der Anerkennung und Dankbarkeit hinzuführen; sie ist auf menschlicher Ebene wesentlich gesünder und überzeugender und theologisch besser begründet als die sogenannte »Logik des Helden«, also dessen, dem das Bewubtsein, Beschenkter zu sein, fehlt und der sich selbst als Urheber der Gabe und der Entscheidung betrachtet. Diese Logik nimmt wenig Rücksicht auf die Sensibilität der heutigen Jugend, denn sie verkehrt die Wahrheit des Lebens als eines empfangenen Gutes, das von Natur aus hingegebenes Gut werden will.

Es ist die biblische Weisheit des »umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben« (Mt 10,8), (103) die Jesus seinen Jüngern und den Verkündern seines Wortes anvertraute. Sie spricht die Wahrheit eines jeden Menschenlebens aus; keiner kann umhin, sich selbst darin zu erkennen.

Von dieser Wahrheit aus leitet das Leben die Form ab, die es dann anzunehmen gerufen ist, oder anders: aus dieser einzigartigen Form des Glaubens entstehen dann die verschiedenen Berufungsmodelle des Glaubens selbst.

Also wird es auch möglich, ebenso starke und radikale Entscheidungen zu fordern, wie eine Berufung in eine besondere Weihe, zum Priestertum und zum Ordensleben sie darstellt. Darum wird der Anruf Gottes, so schwer und einmalig er auch scheinen mag (und es tatsächlich auch ist), auch zu einer ungeahnten Förderung der echten menschlichen Bestrebungen und gewährleistet ein Maximum an Glück, ein Glück, das von Dankbarkeit überströmt und von dem Maria im »Magnificat« singt.




103) Diese Aussage richtet Paulus in Form einer sehr provokaviren Frage an die Korinther: »Was hast du, das du nicht empfangen hättest?« (1 Kor 4,7).






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