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Päpstliches Werk für geistliche Berufe
Neue Berufungen für neues Europa

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  • VIERTER TEIL PÄDAGOGIK DER BERUFUNG »Brannte uns nicht das Herz in der Brust?...« (Lk 24,32)
    • Entscheiden (discernere)
      • a) Die tatsächliche Entscheidung des Berufenen
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a) Die tatsächliche Entscheidung des Berufenen

Entscheidungsfähigkeit

In der Geschichte des Evangeliums, die unsere Überlegung begleitet hat, kommt die Entscheidung in Vers 33 zum Ausdruck: »Noch in derselben Stunde brachen sie auf...«

Die Zeitangabe («in derselben Stunde«) bringt überzeugend die Entschlossenheit der beiden zum Ausdruck. Sie wird vom Wort und von der Person Jesu und von der Begegnung mit ihm angeregt und mutig in die Tat umgesetzt durch eine Entscheidung, die nach einem Bruch aussieht mit dem, was sie zuvor waren oder taten, und die ein neues Leben anzeigt.

Gerade eine solche Entscheidung fehlt häufig im Leben der heutigen Jugendlichen.

Daher scheint es notwendig zu sein, »den Jugendlichen zu helfen, die Unentschlossenheit gegenüber endgültigen Verpflichtungen zu überwinden, sie schrittweise darauf vorzubereiten, persönliche Verantwortung zu übernehmen, (...) ihnen ihren Fähigkeiten und ihrem Alter entsprechende Aufgaben zu übertragen, (...) eine schrittweise Erziehung zu kleinen Alltagsentscheidungen gegenüber Werten (Unentgeltlichkeit, Beständigkeit, Nüchternheit, Ehrenhaftigkeit...) zu fördern«. (106)

Andererseits sei daran erinnert, dab diese und andere Ängste und Unentschlossenheiten nicht nur die Schwäche der psychologischen Anlagen der Person aufzeigen, sondern auch der geistlichen Erfahrung und besonders der Erfahrung der Berufung als eines Angebots, das von Gott kommt.

Wenn diese Gewibheit schwach ist, dann verläbt sich der betreffende Mensch unweigerlich auf sich selbst und auf die eigenen Kräfte; und wenn er deren Hinfälligkeit feststellen mub, dann ist es nicht ungewöhnlich, dab er sich von der Furcht vor einer endgültigen Entscheidung besiegen läbt.

Die Entschlubunfähigkeit ist nicht unbedingt ein Merkmal der gegenwärtigen Jugend: nicht selten ist sie Folge einer Berufsbegleitung, die den Primat Gottes in der Entscheidung nicht genügend betont oder die nicht dazu hingeführt hat, sich von Ihm erwählen zu lassen. (107)




106) Propositiones, 25.



107) Vgl. Propositiones, 25.






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