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a) Die tatsächliche Entscheidung des
Berufenen
Entscheidungsfähigkeit
In der Geschichte des Evangeliums, die
unsere Überlegung begleitet hat, kommt die Entscheidung in Vers 33 zum
Ausdruck: »Noch in derselben Stunde brachen sie auf...«
Die Zeitangabe («in derselben Stunde«)
bringt überzeugend die Entschlossenheit der beiden zum Ausdruck. Sie wird
vom Wort und von der Person Jesu und von der Begegnung mit ihm angeregt und
mutig in die Tat umgesetzt durch eine Entscheidung, die nach einem Bruch
aussieht mit dem, was sie zuvor waren oder taten, und die ein neues Leben
anzeigt.
Gerade eine solche Entscheidung fehlt
häufig im Leben der heutigen Jugendlichen.
Daher scheint es notwendig zu sein, »den
Jugendlichen zu helfen, die Unentschlossenheit gegenüber endgültigen
Verpflichtungen zu überwinden, sie schrittweise darauf vorzubereiten,
persönliche Verantwortung zu übernehmen, (...) ihnen ihren
Fähigkeiten und ihrem Alter entsprechende Aufgaben zu übertragen,
(...) eine schrittweise Erziehung zu kleinen Alltagsentscheidungen
gegenüber Werten (Unentgeltlichkeit, Beständigkeit,
Nüchternheit, Ehrenhaftigkeit...) zu fördern«. (106)
Andererseits sei daran erinnert, dab diese
und andere Ängste und Unentschlossenheiten nicht nur die Schwäche der
psychologischen Anlagen der Person aufzeigen, sondern auch der geistlichen
Erfahrung und besonders der Erfahrung der Berufung als eines Angebots, das von
Gott kommt.
Wenn diese Gewibheit schwach ist, dann
verläbt sich der betreffende Mensch unweigerlich auf sich selbst und auf
die eigenen Kräfte; und wenn er deren Hinfälligkeit feststellen mub,
dann ist es nicht ungewöhnlich, dab er sich von der Furcht vor einer
endgültigen Entscheidung besiegen läbt.
Die Entschlubunfähigkeit ist nicht
unbedingt ein Merkmal der gegenwärtigen Jugend: nicht selten ist sie Folge
einer Berufsbegleitung, die den Primat Gottes in der Entscheidung nicht
genügend betont oder die nicht dazu hingeführt hat, sich von Ihm
erwählen zu lassen. (107)
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