|
»Heimkehr«
Die Berufsentscheidung ist ein Zeichen
für die Neuheit des Lebens; sie ist jedoch tatsächlich auch Zeichen
für die Wiedergewinnung der eigenen Identität, ist wie eine
»Heimkehr« zu den Wurzeln des Ich. Im Bericht von Emmaus ist sie mit folgenden
Worten symbolisch angesprochen: »... sie kehrten nach Jerusalem zurück«.
Es ist in der Ausbildung auf die
Berufsentscheidung hin sehr wichtig, die Überzeugung zu stärken, dab
diese Entscheidung die Bedingung ist für Identität und
Selbstverwirklichung gemäb jenem einzigen Plan, der das Glück
schenken kann. Zu viele Jugendliche denken noch das Gegenteil von der
christlichen Berufung; sie betrachten sie mibtrauisch und fürchten, sie
könne sie nicht glücklich machen, doch bleiben sie schlieblich
unglücklich, wie der traurige junge Mann im Evangelium (vgl. Mk
10,22).
Wie oft aber hat auch das Verhalten der
Erwachsenen, einschlieblich der Eltern, dazu beigetragen, ein negatives Bild
von der Berufung zu zeichnen, besonders vom Priestertum und vom Ordensstand,
und hat dadurch Hindernisse geschaffen für deren Verwirklichung und hat
jene entmutigt, die sich berufen fühlten! (108)
Andererseits ist dieses Problem nicht durch
eine banale, entgegengesetzte Werbung zu lösen, die die positiven und
schönen Seiten der Berufung selbst hervorhebt, sondern nur durch die
Betonung der Überzeugung, dab die Berufung der Gedanke Gottes über
sein Geschöpf ist und dab sie der Name ist, den er der Person gegeben hat.
Die Berufung gläubig zu entdecken und
auf sie zu antworten bedeutet, jenen Stein zu finden, auf den der eigene Name
eingeschrieben ist (vgl. Offb 2,17-18), oder zu den Quellen des Ich
zurückzukehren.
|