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Persönliches
Zeugnis
Die beiden Jünger »fanden in Jerusalem
die Elf und die anderen Jünger versammelt. Diese sagten: Der Herr ist
wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. Da erzählten auch sie,
was sie unterwegs erlebt, und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot
brach« (Lk 24,32-35).
Das wichtigste Element in diesem Abschnitt
ist — auf die Berufsentscheidung bezogen — das Zeugnis der beiden; ein
besonderes Zeugnis, denn es geschieht in einem gemeinschaftsbezogenen Umfeld
und hat einen streng berufungsbezogenen Sinn.
Als nämlich die beiden ankommen,
befindet sich die Gemeinschaft beim Bekenntnis ihres Glaubens mit in einer
Aussage («Der Herr ist wahrhaft auferstanden, und dem Simon erschienen«), die
zu den ältesten, objektiven Glaubenszeugnissen gehört. Kleopas und
sein Begleiter fügen gleichermaben ihre subjektive Erfahrung hinzu, die
gleichzeitig sowohl das Zeugnis der Gemeinschaft, als auch ihren
persönlichen Glaubens- und Berufungsweg bestätigt.
Es ist, als wäre dieses Zeugnis die
erste Frucht der entdeckten und wiedergefundenen Berufung, die sofort, wie es
der Natur der christlichen Berufung entspricht, in den Dienst der kirchlichen
Gemeinschaft gestellt wird.
Wir begegnen also erneut dem, was wir
bereits über die Beziehung von kirchlichen objektiven Berufungswegen und
persönlichen subjektiven Wegen gesagt haben, in einer Harmonie und
gegenseitigen Ergänzung: das Zeugnis des einzelnen hilft dem Glauben der
Kirche und läbt diesen wachsen; der Glaube und das Zeugnis der Kirche
weckt und ermutigt die Berufungsannahme durch den einzelnen.
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