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Päpstliches Werk für geistliche Berufe
Neue Berufungen für neues Europa

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  • VIERTER TEIL PÄDAGOGIK DER BERUFUNG »Brannte uns nicht das Herz in der Brust?...« (Lk 24,32)
    • Die Identität in der Berufung
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Die Identität in der Berufung

Der zweite Bereich der Kriterien bewegt sich um den Begriff der »Identität«. Die Berufsentscheidung zeigt und beinhaltet gerade die Definition der eigenen Identität; sie ist Wahl und Verwirklichung mehr des idealen Ich als des aktuellen Ich, und sollte die Person zu einer grundsätzlichen, positiven und stabilen Einstellung dem eigenen Ich gegenüber hinführen.

a) Erste Bedingung dazu ist, dab die Person zeigt, dab sie imstande ist, sich von der Logik der Identifikation auf der körperlichen Ebene (= der Körper als Quelle der positiven Identität) und der psychischen Ebene (= die eigenen Gaben als einzige und hauptsächliche Gewähr für Selbstachtung) zu lösen und dafür die eigene, fundamentale Positivität mit dem von Gott als Gabe empfangenen Sein (es ist dies die ontologische Ebene) verbindet und nicht mit der Hinfälligkeit des Habens oder Scheinens. Die christliche Berufung ist das, was zur Vollendung dieser Positivität führt und in höchstem Mabe die Möglichkeiten des Menschen verwirklicht; dies jedoch nach einem Plan, der ihn gewöhnlich überragt, da er von Gott gedacht ist.

b) »Berufung« bedeutet grundsätzlich »Ruf«: es gibt also ein äuberes Objekt, einen objektiven Anruf und eine innere Bereitschaft, sich rufen zu lassen und sich wiederzuerkennen in einem Modell, das nicht vom Gerufenen geschaffen wurde.

c) Was die Motivation oder die Art und Weise der Berufswahl betrifft, so ist das wesentliche Kriterium jenes der Totalität (oder: das Gesetz der Totalität); das heibt, dab der Entschlub Ausdruck einer totalen Einbeziehung der psychischen Funktionen (Herz-Geist-Wille) ist und gleichzeitigeiner geistigen-ethischen-emotionalen Funktion.

d) Genauer gesagt haben wir es mit einer reifen Berufung zu tun, wenn die Berufung als ein Geschenk gelebt und verstanden wird, aber auch als ein anspruchsvoller Appell: für die anderen zu leben, nicht nur für die eigene Vollkommenheit, und mit den anderen, in einer besonderen »Nachfolge Christi«, innerhalb der Kirche, die die Mutter aller Berufungen ist.




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