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»Neue Berufungen für ein neues
Europa«
10. Das Thema des Kongresses (»Neue
Berufungen für ein neues Europa«) führt unmittelbar zum Kern des
Problems: das heutige, im Vergleich zur Vergangenheit neue Europa braucht
ebenso »neue« Berufungen. Man mub diese Aussage begründen, um den Sinn
dieses Neuseins zu begreifen und dessen Zusammenhang mit der »traditionellen«
Pastoral der Berufe zum Priestertum und zum Ordensleben zu erkennen. Wir wollen
uns also nicht damit begnügen, den Zustand zu photographieren und Daten
aufzuzählen, sondern wir werden sehen, in welcher Richtung Neuheit und
Notwendigkeit der Berufungen liegen, die aus diesem Zustand sich ergeben.
Gleichzeitig werden wir die heute bestehende
Situation bewerten, ausgehend vom Wort Jesu angesichts der Sendung, die ihn
erwartete: »Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter« (Mt 9,37).
Diese Worte sind weiterhin wahr und sind ein wertvoller Schlüssel zum
Verständnis der gegenwärtigen Situation. In gewisser Weise erkennen
wir in ihnen den rechten Mabstaß für unser Tun und das rechte
Verhältnis (oder auch Mibverhältnis) zwischen einer stets
überreichen Ernte und unseren geringen Kräften. Wir tun dies fern
jeder pessimistischen Deutung der Gegenwart, aber auch fern jeder
Selbstzufriedenheit gegenüber dem Morgen.
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