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Päpstliches Werk für geistliche Berufe
Neue Berufungen für neues Europa

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  • ERSTER TEIL DIE HEUTIGE LAGE DER GEISTLICHEN BERUFE IN EUROPA »Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter« (Mt 9,37)
    • Neue Evangelisierung
      • a) Das »semper« und das »novum«
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a) Das »semper« und das »novum«

Es geht darum, das »semper« und das »novum« des Evangeliums zu verbinden, um es den neuen Fragestellungen und Verhältnissen des Mannes und der Frau von heute anzubieten. Es ist also dringend erforderlich, das Herz oder die Mitte des Kerygmas als eine für einen in Europa lebenden Jugendlichen lebensvolle und sinnvolle »ewig frohe Botschaft«, darzustellen; eine Botschaft, die fähig ist, auf dessen Erwartungen zu antworten und seine Suche zu erleuchten.

Besonders um diese Punkte konzentrieren sich Spannung und Herausforderung. Von hier hängen das Menschenbild, das man verwirklichen möchte, und die groben Entscheidungen über Leben und Zukunft der einzelnen Person und der Menschheit ab: vom Verständnis der Freiheit, der Beziehung zwischen Subjektivität und Objektivität, des Geheimnisses des Lebens und des Todes, des Liebens und Leidens, der Arbeit und des Feierns.

Das Verhältnis von Tun und Wahrheit, von persönlichem geschichtlichen Augenblick und endgültiger universaler Zukunft, oder von empfangenem und verschenktem Gut, vom Bewußtsein des Lebens als Geschenk und der Lebensentscheidung muß geklärt werden. Wir wissen, daß gerade um diese Bereiche auch eine gewisse Begriffskrise herrscht, die dann zu einer berufungsfeindlichen Kultur und zu einem Bild vom Menschen ohne Berufung führt.

Der Weg der neuen Evangelisierung muß also von hier ausgehen oder hierher vorstoßen, um das Leben und den Lebenssinn, das Bedürfnis nach Freiheit und Subjektivität, den Sinn des eigenen Seins in der Welt und der Beziehungen zu anderen Menschen zu evangelisieren.

Von hier könnten eine Kultur der Berufung und das Modell eines für die Berufung offenen Menschenbildes entstehen. Dies ist notwendig, damit einem Europa, das sein Antlitz radikal neu gestaltet, nicht die Frohe Botschaft von der Auferstehung des Herrn fehle, in dessen Blut die zerstreuten Völker sich zusammenfinden und die fernstehenden zu Nachbarn werden, indem sie »die trennende Wand der Feindschaft niederreiben« (Eph 2,14). Wir können sogar sagen, daß die Berufung das eigentliche Herz der neuen Evangelisierung an der Schwelle zum Dritten Jahrtausend darstellt, daß sie der Aufruf Gottes an den Menschen ist zu einer neuen Ära der Wahrheit und Freiheit, und zu einer ethischen Neubegründung der europäischen Kultur und Gesellschaft.




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