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Päpstliches Werk für geistliche Berufe
Neue Berufungen für neues Europa

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  • ZWEITER TEIL THEOLOGIE DER BERUFUNG »Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist ...« (1 Kor 12,4)
    • Der Vater ruft ins Leben
      • e) Die Berufung der Taufe
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e) Die Berufung der Taufe

Dieser Ruf zum Leben und zum göttlichen Leben wird in der Taufe gefeiert. In diesem Sakrament neigt sich der Vater mit fürsorglicher Zärtlichkeit seiner Kreatur entgegen, dem Kind eines Mannes und einer Frau, um die Frucht jener Liebe zu segnen und sie voll zu seinem Kind zu machen. Von jenem Augenblick an ist das Geschöpf zur Heiligkeit der Kinder Gottes berufen. Nichts und niemand vermag diese Berufung auszulöschen.

Mit der Taufgnade greift Gott Vater ein, um zu offenbaren, dab er, und nur er der Urheber des Heilsplanes ist, in dem jeder Mensch seinen persönlichen Ort hat. Gottes Handeln geht immer voraus, ist vorher, wartet nicht auf die Initiative des Menschen, ist nicht von dessen Verdiensten abhängig und läbt sich nicht von dessen Fähigkeiten oder Zuständen beeinflussen. Er ist der Vater, der kennt, anweist, einen Impuls einprägt, ein Siegel aufdrückt und ruft, noch »vor der Erschaffung der Welt« (Eph 1,4). Und dann schenkt er Kraft, geht nebenher, stützt das Bemühen, ist Vater und Mutter für immer...

Das christliche Leben gewinnt so die Bedeutung einer wechselseitigen Erfahrung: es wird zur verantworteten Antwort im Wachsen seiner Kindschaft gegenüber dem Vater, und der Beziehung als Bruder oder Schwester in der groben Familie der Kinder Gottes. Der Christ ist gerufen, durch die Liebe jenen Prozeb der Gleichwerdung mit dem Vater zu fördern, den man 'auf Gott ausgerichtetes Leben' (vita theologalis) nennt.

Darum drängt die Treue zur Taufe dazu, an das Leben und an sich selbst immer genauere Fragen zu stellen; vor allem um sich zu rüsten, die Existenz nicht nur auf der Grundlage des menschlichen Verhaltens zu leben, obwohl auch dieses Gabe Gottes ist, sondern auf der Grundlage des Willens Gottes; nicht nach weltlichen, oft sehr beschränkten Perspektiven, sondern nach dem Wunsch und dem Plan Gottes.

Die Treue zur Taufe bedeutet also, nach oben zu schauen wie Kinder, um Seinen Willen bezüglich des eigenen Lebens und der eigenen Zukunft zu erkennen.




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