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Päpstliches Werk für geistliche Berufe
Neue Berufungen für neues Europa

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  • ZWEITER TEIL THEOLOGIE DER BERUFUNG »Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist ...« (1 Kor 12,4)
    • Von der Dreifaltigkeit zur Kirche in der Welt
      • d) Die Kirche, Mutter der Berufe
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d) Die Kirche, Mutter der Berufe

Die Kirche ist die Mutter der Berufe, denn sie bringt sie aus ihrem Inneren hervor, in der Kraft des Geistes, sie schützt sie, nährt sie und unterhält sie. Sie ist besonders deshalb Mutter, weil sie eine wertvolle Funktion als Mittlerin und Erzieherin ausübt.

»Von Gott gerufen und als eine Gemeinschaft von Berufenen in der Welt erbaut, ist die Kirche ihrerseits Werkzeug des Rufes Gottes. Die Kirche ist lebendiger Anruf aus dem Willen des Vaters, durch die Verdienste des Herrn Jesus, durch die Kraft des Heiligen Geistes (...). Die Gemeinschaft, die sich ihrer Berufung bewubt wird, wird sich gleichzeitig dessen bewubt, dab auch sie selbst ununterbrochen berufen mub«.(44) Über den Weg dieser Berufung und in ihren verschiedenen Formen ergeht auch der Anruf Gottes.

Diese vermittelnde Aufgabe übt die Kirche aus, wenn sie jedem Gläubigen hilft und ihn anregt, sich der empfangenen Gabe und der Verantwortung, die sie beinhaltet, bewubt zu werden.

Sie übt sie weiter aus, wenn sie sich zur kompetenten Deuterin des ausdrücklichen Anufs zu einer Berufung macht, und sie selbst beruft, indem sie die Erfordernisse, die mit ihrer Sendung und mit den Bedürfnissen des Gottesvolkes verbunden sind, darlegt und zu einer hochherzigen Antwort einlädt.

Sie übt sie auberdem aus, wenn sie vom Vater die Gabe des Geistes erbittet, der die Zustimmung in den Herzen der Gerufenen bewirkt. Sie übt sie aus, wenn sie einen Berufenen aufnimmt und in ihm den Ruf selbst vernimmt. Sie übt sie aus, wenn sie einem Berufenen ausdrücklich mit fürsorglichem Vertrauen eine konkrete und nie einfache Sendung unter den Menschen überträgt. Wir könnten noch anfügen, dab die Kirche ihre Mütterlichkeit auch dann zeigt, wenn sie, auber zu berufen und die Eignung der Gerufenen zu prüfen, dafür Sorge trägt, dab diese eine angemessene einführende und beständige Ausbildung erhalten und auf dem langen Weg ihrer immer treueren und radikaleren Antwort tatsächlich begleitet werden. Die Mütterlichkeit der Kirche kann sich selbstverständlich nicht erschöpfen in der Zeit der ersten Berufung. Auch kann eine Gemeinde von Gläubigen sich nicht mütterlich nennen, wenn sie nur »wartet« und die Verantwortung für eine Berufung ausschlieblich dem Wirken Gottes überläbt, als ob sie sich davor fürchte, selbst zu rufen; oder eine Gemeinschaft, die es als gegeben betrachtet, dab die Jugendlichen schon von selbst ihre Berufung wahrnehmen werden; oder eine, die keine Möglichkeiten anbietet, die auf Angebot oder Annahme einer Berufung abzielen.

Die Berufskrise der Berufenen ist heute auch eine Krise der Rufenden, die sich manchmal bedeckt halten und keinen Mut zeigen. Wenn keiner da ist, der ruft, wie kann man da eine Antwort erwarten?




44) DC, 13.






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