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| Päpstliches Werk für geistliche Berufe Neue Berufungen für neues Europa IntraText CT - Text |
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Maria, Mutter und Vorbild jeder Berufung 23. Es gibt ein Geschöpf, in dem sich der Dialog zwischen der Freiheit Gottes und der Freiheit des Menschen auf so vollkommene Weise ereignet, dab die beiden Freiheiten in eine Wechselbeziehung eintreten und dabei vollkommen das Ziel der Berufung verwirklichen können; es gibt ein Geschöpf, das uns geschenkt wurde, damit wir in ihm ein vollkommenes Ideal der Berufung betrachten können, ein Ideal, das sich in jedem von uns erfüllen sollte. Maria ist das gelungene Abbild dessen, wie Gott sich seine Kreatur erträumt hat! Sie ist wirklich Kreatur, wie wir, ein Teilchen, in das Gott die Fülle seiner göttliche Liebe eingieben konnte; sie ist Hoffnung, die uns gegeben ist, damit auch wir im Blick auf sie das Wort in uns aufnehmen, damit es sich in uns erfülle. Maria ist die Frau, in der die heiligste Dreifaltigkeit vollkommen ihre Freiheit der Wahl zeigen kann. Der hl. Bernhard sagt, wenn er die Botschaft des Engels Gabriel während der Verkündigung kommentiert: »Dies ist keine Jungfrau, die zufällig im letzten Moment gefunden wurde, sondern sie wurde vor der Zeit erwählt; der Höchste hat sie vorherbestimmt und sie für sich vorbereitet«.(52) Und der hl. Augustinus antwortet darauf: »Schon bevor das Wort aus der Jungfrau geboren wurde, hatte Er sie sich zur Mutter bestimmt«.(53) Maria ist das Bild der göttlichen Erwählung jeder Kreatur; einer Erwählung, die von Ewigkeit her und absolut frei, geheimnisvoll und voller Liebe ist; einer Erwählung, die stets über das hinausgreift, was die Kreatur von sich denken kann; einer Erwählung, die das Unmögliche verlangt und nur eines fordert: den Mut zum Vertrauen. Doch ist die Jungfrau Maria auch das Vorbild der menschlichen Freiheit in der Antwort auf diese Erwählung. Sie ist das Zeichen für das, was Gott möglich ist, wenn er eine Kreatur findet, die frei ist, sein Angebot anzunehmen; die frei ist, ihr »Ja« zu sagen, frei ist, sich auf die Pilgerfahrt des Glaubens einzulassen, die auch die Pilgerfahrt ihrer Berufung als Frau bedeutet, die zur Mutter des Heilandes und zur Mutter der Kirche berufen ist. Diese lange Pilgerfahrt vollendet sich am Fub des Kreuzes, durch ein noch geheimnisvolleres und schmerzlicheres »Ja«, das sie voll zur Mutter macht; und dann noch im Abendmahlsaal, wo sie bis heute, zusammen mit dem Geist, die Kirche und jede Berufung hervorbringt. Maria ist schließlich das vollkommen verwirklichte Bild der Frau, vollkommene Synthese der Weiblichkeit und der Phantasie des Geistes, der in ihr die Braut findet und erwählt, die jungfräuliche Mutter Gottes und des Menschen, die Tochter des Höchsten und Mutter aller Lebenden. In ihr findet jede Frau ihre Berufung als Jungfrau, Braut und Mutter!
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52) »In laudibus Virginis Matris«, Homilia II, 4; Sancti Bernardi opera, IV, Romae, Editiones Cistercenses, 1966, s. 23. 53) »In Johannis Evangelium Tractatus«, VIII, 9; CCL, 36, s. 87. |
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