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Päpstliches Werk für geistliche Berufe
Neue Berufungen für neues Europa

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  • DRITTER TEIL PASTORAL DER GEISTLICHEN BERUFE »... Jeder hörte sie in seiner Sprache reden« (Apg 2,6)
    • Das Leitbild der Urkirche
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Das Leitbild der Urkirche

24. Die geschichtlichen Verhältnisse mögen sich ändern, unverändert jedoch bleibt der Bezugspunkt im Leben des Gläubigen und der glaubenden Gemeinschaft, jener Bezugspunkt, den das Wort Gottes darstellt, besonders dort, wo die Geschichte der Kirche ihren Ursprung hat. Diese Geschichte und die Art, wie die Urkirche sie durchlebt hat, stellen für uns das exemplum dar, den Modellfall des Kirche-seins. Dies gilt auch für den Bereich der Berufspastoral. Wir sammeln hier nur einige wesentliche Elemente, die besonders exemplarisch sind, so, wie sie uns in der Apostelgeschichte begegnen, im Augenblick, da die Urkirche zahlenmäbig sehr gering und schwach war. Die Berufspastoral ist so alt wie die Kirche; sie entstand damals gemeinsam mit ihr, inmitten jener Armut, in welcher so unvermutet der Geist Wohnung nahm.

An den Anfängen dieser einzigartigen Geschichte, die dann zu unserer eigenen Geschichte wurde, steht die Verheibung des Heiligen Geistes, versprochen von Jesus, bevor er zum Vater heimging. »Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren, die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat. Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird, und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde« (Apg 1,7-8). Die Apostel waren im Abendmahlsaal beisammen, »sie verharrten dort einmütig im Gebet, ... mit Maria, der Mutter Jesu« (Apg 1,14), und sofort gingen sie daran, den frei gewordenen Platz des Judas mit einem anderen zu besetzen, den sie aus denen auswählten, die von Anfang an mit Jesus waren: damit er »gemeinsam mit uns Zeuge seiner Auferstehung« (Apg 1,22) sei. Und die Verheibung erfüllt sich: der Geist kommt herab, unter Getöse, er erfüllt das Haus und das Leben jener, die zuvor noch verängstigt und eingeschüchtert waren, wie ein Donner, ein Wind, ein Feuer... »Und sie begannen, in fremden Sprachen zu reden..., und jeder hörte sie in seiner Sprache reden« (Apg 2,4-6). Und Petrus hielt jene Rede, in der er die Geschichte des Heils erzählte, »er trat auf ... und erhob seine Stimme« (Apg 2,14) zu einer Rede, die »mitten ins Herz trifft« und die Hörer zur entscheidenden Frage ihres Lebens führt: »Was sollen wir tun?« (Apg 2,37).

An dieser Stelle beschreibt die Apostelgeschichte das Leben der ersten Gemeinde, die sich durch einige wesentliche Eigenschaften auszeichnet wie: Beharrlichkeit im Hören auf die Lehre der Apostel, geschwisterliche Gemeinschaft, Brotbrechen, Gebet, Teilen des Besitzes, gleichzeitig aber auch die Empfindungen des Gemüts und die Gaben des Geistes (vgl. Apg 2,42-48).

Inzwischen wirken Petrus und die Apostel weiter im Namen Jesu Wunder und verkünden das Kerygma des Heils, wobei sie regelmäbig ihr Leben aufs Spiel setzen, doch stets von der Gemeinschaft gestützt werden, deren gläubige Mitglieder »ein Herz und eine Seele« sind (Apg 4,32). In ihr wachsen zudem auch die unterschiedlichsten Bedürfnisse, und so werden die Diakone eingesetzt, um auch diesen materiellen Nöten der Gemeinschaft abzuhelfen, besonders der Schwächsten in ihr (vgl. Apg 6,1-7).

Ein starkes und mutiges Zeugnis mub zwangsläufig den Widerspruch der Autoritäten wachrufen, und so finden wir bald den ersten Märtyrer, Stephanus, um zu unterstreichen, dab die Sache des Evangeliums den ganzen Menschen erfabt, auch dessen Leben (vgl. Apg 6,8-7; 7). Das Todesurteil des Stephanus findet sogar die Zustimmung des Saulus, jenes Christenverfolgers, der wenig später von Gott erwählt wird, das bisher verborgene, nun aber geoffenbarte Geheimnis den Heiden zu verkünden.

Und die Geschichte geht ihren Lauf und wird immer mehr zu einer heiligen Geschichte: Geschichte Gottes, der Menschen erwählt und auch auf ganz überraschende Weise zum Heil beruft, und Geschichte der Menschen, die sich von Gott rufen und erwählen lassen.

Für uns mögen diese Punkte genügen, um in der Urgemeinde die Grundzüge der Pastoral einer Kirche zu erkennen, die ganz auf die Berufung ausgerichtet ist: im Bereich der Methode und der Inhalte, im Bereich der Grundprinzipien, der zu beschreitenden Wege und der besonderen Strategien zur Durchführung.




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