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| Päpstliches Werk für geistliche Berufe Neue Berufungen für neues Europa IntraText CT - Text |
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Theologische Aspekte der Berufungspastoral 25. Doch welche Theologie begründet, inspiriert und motiviert die Berufspastoral als solche? Die Antwort ist in unserem Zusammenhang wichtig, weil sie Bindeglied zwischen der Theologie der Berufung und der mit dieser übereinstimmenden pastoralen Praxis ist, die aus dieser Theologie entspringt und zu ihr zurückkehrt. Was diese Frage anbetrifft, so wollte der Kongreb weitere Überlegungen und Studien anregen mit dem Ziel, jene Motive herauszufinden, die Personen und Gemeinschaften zutiefst an die Arbeit für die Berufe binden, und um den Zusammenhang von Theologie der Berufung, Theologie der Berufspastoral und pädagogisch-pastoralem Wirken deutlicher aufzuzeigen. »Die Pastoral der Berufe entsteht im Geheimnis der Kirche und stellt sich in deren Dienst«.(55) Das theologische Fundament der Berufspastoral »kann nur aus der Sicht der Kirche als mysterium vocationis entspringen«.(56) Johannes Paul II. erinnert deutlich daran, dab die Dimension der Berufung der Pastoral der Kirche wesensgemäb ist«, d.h. ihrem Leben und ihrer Sendung entspricht.(57) Die Berufung beschreibt also gewissermaben das tiefe Sein der Kirche noch mehr als deren Wirken. Im Namen »Ecclesia« selbst ist ihr berufungsbezogener Charakter festgehalten, denn sie ist tatsächlich Versammlung von Berufenen.(58) Mit Recht sagt also das Instrumentum laboris des Kongresses, dab »die ganzheitliche Berufspastoral im Berufungscharakter der Kirche gründet«.(59) Folglich ist die Pastoral der geistlichen Berufe von Natur aus ein Handeln, das auf die Verkündigung Christi ausgerichtet ist und auf die Evangelisierung der Gläubigen in Christus. Hier haben wir also die Antwort auf unsere Frage: eben in der Berufung der Kirche zur Weitergabe des Glaubens ist die Theologie der Berufungspastoral begründet. Dies betrifft die universale Kirche, gilt aber besonders für jede christliche Gemeinschaft,(60) vor allem im gegenwärtigen geschichtlichen Zeitpunkt des alten Kontinents. »Für diese hohe Sendung, eine neue Zeit der Evangelisierung in Europa einzuleiten, bedarf es heute besonders gut vorbereiteter Evangelisatoren«.(61) Diesbezüglich darf an einige Fixpunkte erinnert werden, auf die vom derzeitigen päpstlichen Magisterium hingewiesen wird, damit sie Ausgangspunkte werden für die pastorale Praxis der Teilkirchen. a) Nachdem einmal die berufungsorientierte Dimension der Kirche erkannt ist, wird verständlich, dab die Berufungspastoral kein zusätzliches, zweitrangiges Element ist, das nur die Rekrutierung von Pastoralarbeitern beabsichtigt, und auch kein isolierter Teilbereich, bedingt durch eine besondere kirchliche Notlage, sondern vielmehr ein Tun, das mit dem Sein der Kirche verbunden und darum auch zutiefst in die allgemeine Pastoral jeder Ortskirche einbezogen ist.(62) b) Jede christliche Berufung kommt von Gott, doch ergeht sie an die Kirche und wird durch diese weitervermittelt. Die Kirche (»ecclesia«), die ihrem Wesen nach Berufung ist, ist gleichzeitig auch Erzeugerin und Erzieherin von Berufungen.(63) Folglich »ist das handelnde Subjekt, der Hauptakteur der Berufungspastoral, die kirchliche Gemeinschaft als solche in ihren verschiedenen Ausdrucksformen: von der Universalkirche bis zur Teilkirche und, analog, von dieser bis zur Pfarrei und zu allen Gliedern des Gottesvolkes«.(64) c) Ohne Ausnahme haben alle Glieder der Kirche die Gnade und die Verantwortung für die Sorge um geistliche Berufe. Dies ist eine Verpflichtung, die zur lebendigen Dynamik im Entwicklungsprozeb der Kirche gehört. Nur aufgrund dieser Überzeugung wird die Berufungspastoral ihren wirklich ekklesialen Charakter zeigen und ein abgestimmtes Handeln entwickeln können. Sie wird sich dabei auch besonderer Organismen und geeigneter Hilfen der gemeinsamen Mitverantwortung bedienen.(65) d) Die Teilkirche entdeckt ihre eigene, seinsmäbige und irdische Dimension in der Berufung all ihrer Mitglieder zum Zeugnis, zur Sendung, zum Dienst an Gott und den Brüdern... Deshalb wird sie die Verschiedenheit der Gnadengaben und der Dienste, also die verschiedenen Berufungen, die alle Offenbarungen des einen Geistes sind, achten und fördern. e) Angelpunkt der gesamten Berufungspastoral ist das Gebet, das der Heiland aufgetragen hat (Mt 9,38). Es verpflichtet nicht nur den einzelnen, sondern alle kirchlichen Gemeinschaften.(66) »Wir müssen inständig zum Herrn der Ernte beten, damit er Arbeiter in seine Kirche sende, um sie für die dringenden Erfordernisse der Neu-Evangelisierung bereit zu machen«.(67) Ein echtes Beten um geistliche Berufe verdient diesen Namen jedoch nur und wird nur wirksam, wenn es Übereinstimmung mit dem Leben des Betenden hervorbringt, besonders wenn es sich bei der übrigen gläubigen Gemeinschaft mit der ausdrücklichen Verkündigung und einer geeigneten Katechese verbindet, um in den zum Priestertum und zum geweihten Leben Berufenen, wie auch in jeder anderen christlichen Berufung jene freie, bereitwillige und hochherzige Antwort zu fördern, die der Gnade der Berufung Wirksamkeit verleiht.(68)
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55) DC, 5. 56) Dieser Ausdruck findet sich im Apostolischen Schreiben von Johannes Paul II., Pastores dabo vobis, Nr. 34. Im gleichen Dokument sind auch die Motive gut beschrieben, weshalb die Berufspastoral zutiefst an die Kirche gebunden ist. 57) Ebd. 58) Ebd. 59) IL, 58. 60) Der Ausdruck »christliche Gemeinschaft« ist eigentlich ein allgemeiner Begriff, der eine Teilkirche bzw. Ortskirche bezeichnet, oder auch eine Pfarrei. Er bezeichnet eine Gruppe von Christen an einem bestimmten Ort und meint die Kirche in ihrem konkreten Augenblick, wenn sie zum Gebet, zum Dienst, zum Zeugnis der Liebe und der Gegenwart Christi in ihr versammelt ist. Der Ausdruck »kirchliche Gemeinschaft« ist jedoch ein genauerer Begriff, denn er bezeichnet die Anwesenheit jener Elemente, die für die Kirche konstitutiv sind, ausgehend von der Zentralität des eucharistischen Geheimnisses; in seinem eigentlichen Sinn wird dieser Begriff auf die Diözesen und auf die Pfarrgemeinden angewandt, die eucharistische kirchliche Gemeinschaften sind aufgrund der Anwesenheit eines geweihten Dieners; nur in weiterem Sinn wird der Begriff angewandt auf die anderen Gemeinschaften. Vgl. dazu DC, 13-16. 61) Johannes Paul II., Ansprache an das VI. Symposium der Europäischen Bischofskonferenzen, 11.10.1985. 62) Pastores dabo vobis, 34. 63) Ebd., 35. 64) Ebd., 41. 65) Vgl. ebd., 41. 66) Ebd., 38. 67) Vita consecrata, 64. 68) Ebd. |
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