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Päpstliches Werk für geistliche Berufe
Neue Berufungen für neues Europa

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  • DRITTER TEIL PASTORAL DER GEISTLICHEN BERUFE »... Jeder hörte sie in seiner Sprache reden« (Apg 2,6)
    • Wege der Berufungspastoral
      • d) Das Zeugnis - Verkündigung des Evangeliums
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d) Das Zeugnis - Verkündigung des Evangeliums

Das Zeugnis ist die Verkündigung, dab Gott dem Menschen durch die ganze Heilsgeschichte besonders in Christus nahe ist; es ist deshalb auch Verkündigung der Barmherzigkeit des Vaters mit dem Menschen, damit er Leben in Fülle habe. Diese Verkündigung steht am Anfang des Glaubensweges jedes Gläubigen. Der Glaube ist wirklich eine Gabe Gottes, und er wird durch das Beispiel der glaubenden Gemeinschaft, ihrer vielen Brüder und Schwestern, wie auch durch die katechetische Unterweisung über die Wahrheit des Evangeliums bezeugt.

Doch der Glaube wird vermittelt, und es kommt der Punkt, wo jedes Zeugnis zu einem aktiven Geschenk wird: die empfangene Gabe wird geschenkte Gabe durch das persönliche Zeugnis und die persönliche Verkündigung. Das Glaubenszeugnis beansprucht den ganzen Menschen und kann nur mit dem ganzen Sein und mit der eigenen Menschlichkeit erfolgen, mit ganzem Herzen, mit ganzem Geist, mit allen Kräften, bis hin zum blutigen Opfer des Lebens.

Dieses "crescendo" in den Bedeutungen des Begriffs ist interessant; es ist eine Steigerung, der wir im Grunde im biblischen Text, der uns begleitet, begegnen: so im Zeugnis und in der Katechese des Petrus und der Apostel am Pfingsttag und anschliebend in der mutigen Katechese des Stephanus, die in seinem Martertod gipfelt (Apg 6,8; 7,60), und in dem der Apostel, die »sich freuten, dab sie gewürdigt worden waren, für seinen Namen Schmach zu erleiden« (Apg 5,41).

Doch noch interessanter ist die Entdeckung, auf welche Weise dieses Zeugnis und diese Verkündigung zu einem besonderen Weg der Berufung werden können.

Das dankbare Bewubtsein vom Geschenk des Glaubens mübte sich regelmäbig umsetzen in den Wunsch und den Willen, anderen weiterzugeben, was man selbst empfangen hat, sei es durch das Vorbild des eigenen

Lebens, sei es durch den Dienst der Katechese. Diese ist dann »dazu bestimmt, die vielen Lebenssituationen zu beleuchten und jeden zu unterweisen, die eigene Berufung als Christ in der Welt zu leben«.(82) Und wenn der Katechet vor allem anderen selbst auch ein Zeuge ist, dann wird die Dimension einer solchen Berufung noch deutlicher.(83)

Der Kongreß hat die Wichtigkeit der Katechese für die Berufungen bekräftigt und in der Spendung des Sakraments der Firmung einen auberordentlichen Berufsweg für die jungen Menschen aufgezeigt. Das Firmalter könnte gerade das »Alter der Berufung« werden, eine Zeit der theologisch und pädagogisch qualifizierten Ausrichtung auf die Entdeckung und Verwirklichung der empfangenen Gabe und auf deren Bezeugung.

Das katechetische Tun sollte die Fähigkeit wecken, die Gabe des Geistes zu erkennen und zu bekennen.(84)

Die unmittelbare Begegnung mit Gläubigen, die ihre Berufung treu und mutig leben, und mit glaubwürdigen Zeugen, die konkrete Erfahrungen geglückter Berufungen vermitteln, kann ausschlaggebend werden, um den Firmlingen bei der Entdeckung und Annahme des Rufes Gottes zu helfen.

Die Berufung wurzelt jedenfalls immer im Bewubtsein eines Geschenks und in einem Bewubtsein, das derart dankbar ist, dab es ihm geradezu selbstverständlich erscheint, die eigene Erfahrung in den Dienst der anderen zu stellen, um so die Sorge um deren Wachstum im Glauben auf sich zu nehmen.

Wer aufmerksam und hochherzig das Zeugnis seines Glaubens lebt, der wird nicht zögern, den Plan Gottes mit sich anzunehmen, um mit all seinen Kräften an dessen Verwirklichung mitzuarbein.




82) Vgl. Lumen Gentium 12; 35; 40-42.



83) Vgl. Catechesi tradendae, 186.



84) Propositiones, 35, wo die Bischöfe noch einmal an die grobe Gelegenheit erinnert werden, bei der Spendung der Firmung die Jugendlichen, die dieses Sakrament empfangen, »zu rufen«.






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