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Päpstliches Werk für geistliche Berufe
Neue Berufungen für neues Europa

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  • VIERTER TEIL PÄDAGOGIK DER BERUFUNG »Brannte uns nicht das Herz in der Brust?...« (Lk 24,32)
    • Begleiten
      • b) Die Brunnen lebendigen Wassers
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b) Die Brunnen lebendigen Wassers

»Jesus war müde von der Reise und setzte sich an den Brunnen« (Joh 4,6); es ist der Anfang dessen, was wir als ein nichtöffentliches Berufungsgespräch bezeichnen könnten: die Begegnung Jesu mit der Samariterin. Die Frau macht während dieser Begegnung tatsächlich einen Weg zur Erkenntnis ihrer selbst und des Messias und wird gewissermaben sogar dessen Verkünderin.

Auch in diesem Text zeigt sich die absolute Freiheit Jesu, überall und in allen seine Boten zu suchen. Einzigartig ist die Aufmerksamkeit dessen, der der Weg des Menschen zum Vater ist, wenn es darum geht, dem Geschöpf auf dessen Wegen zu begegnen oder dort auf es zu warten, wo dessen Erwartung am offenkundigsten und stärksten ist. Dies kann man im symbolischen Bild des »Brunnens« sehen. In der alten jüdischen Gesellschaft waren die Brunnen Lebensquellen, Grundvoraussetzung für das Überleben eines Volkes, das immer gegen Wassermangel anzukämpfen hatte; und gerade um dieses Symbol des Wassers des Lebens und für das Leben baut Jesus mit feinfühliger Pädagogik sein Gespräch mit der Frau auf. Einen Jugendlichen begleiten bedeutet, »die Brunnen« von heute orten zu können, alle jene Orte und Momente, Herausforderungen und Erwartungen, an denen früher oder später alle Jugendlichen mit ihren leeren Krügen vorbeikommen müssen, mit ihren unausgesprochenen Fragen, mit ihrer behaupteten und oft nur zur Schau gestellten Selbstgenügsamkeit, mit ihrem tiefen und unauslöschbaren Verlangen nach Echtheit und nach Zukunft.

Die Berufspastoral kann nicht in »Wartestellung« verharren, sondern mub Aktivität dessen sein, der sucht und sich nicht geschlagen gibt, bis er gefunden hat, und der sich selbst finden läbt am rechten Ort oder am rechten Brunnen, dort, wo der Jugendliche Leben und Zukunft für sich erwartet.

Der Berufsbegleiter mub unter diesem Gesichtspunkt »intelligent« sein, einer, der nicht notwendigerweise seine Fragen aufdrängt, sondern von jenen des Jugendlichen selbst ausgeht, und zwar von jeder Art von Frage; und er mub einer sein, der fähig ist, wenn nötig »die Berufsfrage zu wecken und zu entdecken, die im Herzen jedes Jugendlichen wohnt, aber darauf wartet, von echten Berufsbildnern geborgen zu werden«.(99)




99) Propositiones, 9.






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