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Päpstliches Werk für geistliche Berufe
Neue Berufungen für neues Europa

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  • VIERTER TEIL PÄDAGOGIK DER BERUFUNG »Brannte uns nicht das Herz in der Brust?...« (Lk 24,32)
    • Erziehen (e-ducare)
      • c) Erziehung zur Deutung des Lebens
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c) Erziehung zur Deutung des Lebens

Im Evangelium lädt Jesus die beiden von Emmaus gewissermaben ein, zum Leben zurückzukehren, zu jenen Ereignissen, die Ursache ihrer Traurigkeit waren, und zwar durch eine behutsame Methode der Deutung, die nicht nur fähig ist, die Ereignisse in Bezug auf einen zentralen Sinngehalt miteinander zu verbinden, sondern im geheimnisvollen Gewebe der menschlichen Existenz den roten Faden eines göttlichen Planes zu entdecken. Es ist dies die Methode, die genetisch-historisch genannt werden könnte und die in der eigenen Biographie die Schritte und Spuren des Vorübergangs Gottes und somit auch seine rufende Stimme suchen und finden lassen könnte. Diese Methode

– ist gleichzeitig deduktiv und induktiv, oder geschichtlich-biblisch: sie geht gleichzeitig von der geoffenbarten Wahrheit und der geschichtlichen Wirklichkeit aus und fördert so einen dauernden Dialog zwischen dem subjektiv Erlebten (die von den beiden Jüngern genannten Ereignisse) und dessen Beziehung zum Wort Gottes (»Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht« - Lk 24,27);

– verweist durch den Verbindlichkeitscharakter des Wortes Gottes und durch die Zentralität des Ostergeheimnisses des toten und wieder auferstandenen Christus auf einen präzisen Interpretationsschlüssel für die existentiellen Ereignisse, ohne irgendein Vorkommnis zu übergehen, sei es noch so schwer und schmerzhaft (»Mubte nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen?« - Lk 24,26);

Die Deutung der Lebensgeschichte wird so zu einem höchst geistlichen und nicht nur psychologischen Tun, da sie dazu führt, im Leben die helle und geheimnisvolle Gegenwart Gottes und seines Wortes zu erkennen. (101) Sie ermöglicht auch, innerhalb dieses Geheimnisses allmählich den Keim der Berufung wahrzunehmen, den der Vater selbst in die Furchen des Lebens eingesenkt hat. Dieser Same, so klein er sein mag, beginnt nun sichtbar zu werden und zu wachsen.




101) Propositiones, 12.






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