|
D) SEXUALITÄT UND AUSBILDUNG
39. Die Generationen von heute sind häufig ganz
in einem koedukativ geprägten Milieu aufgewachsen und erzogen worden, ohne
daß den Jungen und Mädchen immer dabei geholfen worden wäre,
ihren je eigenen Reichtum und ihre Grenzen zu erkennen. Die Kontakte im
Apostolat, die größere Zusammenarbeit, die sich erfreulicherweise
zwischen den Ordensmännern und den Ordensfrauen herausgebildet hat, wie
auch die derzeitigen kulturellen Strömungen machen eine Ausbildung auf
diesem Gebiet besonders notwendig. Das gemischte Milieu in der frühen
Jugend und die enge und häufige Zusammenarbeit sind ja nicht
notwendigerweise ein Garant für Reife in den gegenseitigen Beziehungen.
Man wird daher geeignete Maßnahmen zur Förderung und Festigung
dieser Reife ergreifen und sie im Hinblick auf die Erziehung zu einer gelebten,
vollkommenen Keuschheit bejahen müssen. Außerdem müssen sich
Männer und Frauen ihrer spezifischen Situation im Plan Gottes, des
eigenständigen Beitrags, den jedes Geschlecht zum Heilswerk leistet, bewußt
werden. So wird man den künftigen Ordensleuten die Möglichkeit
bieten, über die Stellung der Sexualität im göttlichen
Schöpfungs- und Heilsplan nachzudenken.
In diesem Zusammenhang soll man die
Gründe dafür darlegen und begreiflich machen, daß jene Manner
und Frauen vom Ordensleben ausgeschlossen bleiben müssen, die ihre
homosexuellen Neigungen nicht zu beherrschen vermögen oder die einen
dritten Weg einzuschlagen gedenken, einen »zweifelhaften Lebensstand zwischen
Zölibat und Ehe«.(104)
|