41. »Durch eine sorgsame und tiefergehende
Untersuchung der anthropologischen Fundierung des Frauseins und des Mannseins
muß die personale Identität der Frau in ihrer Beziehung,
Verschiedenheit und Komplementarität zum Mann präzisiert werden, und
das nicht nur im Hinblick auf die Rollen, die sie übernehmen, und die
Aufgaben, die sie erfüllen soll, sondern auch und tiefer noch im Hinblick
auf ihre Struktur und auf ihre personale Bedeutung«.(108) Die
Geschichte des Ordenslebens gibt Zeugnis davon, daß viele Frauen dort,
sei es in der Klausur oder in der Welt, einen idealen Ort für den Dienst
an Gott und den Menschen, die günstigen Voraussetzungen für die
Entfaltung ihres eigenen Frauseins und infolgedessen ein tieferes Verständnis
ihrer Identität gefunden haben. Diese Vertiefung soll noch durch die
theologische Reflexion und aufgrund des »Beitrags, den die verschiedenen
Humanwissenschaften und Kulturen einbringen können«,(109)
weitergeführt werden.
Schließlich sollte man zum besseren
Verständnis der besonderen Eigenart des weiblichen Ordenslebens nicht
vergesseen, daß »die Gestalt der Maria von Nazaret schon allein dadurch
die Frau als solche ins Licht stellt, daß sich Gott im erhabenen
Geschehen der Menschwerdung seines Sohnes dem freien und tätigen Dienst
einer Frau anvertraut hat. Man kann daher sagen, daß die Frau durch den
Blick auf Maria dort das Geheinnis entdeckt, wie sie ihr Frausein würdig
leben und ihre wahre Entfaltung bewirken kann. Im Licht Mariens erblickt die
Kirche auf dem Antlitz der Frau den Glanz einer Schönheit, die die
höchsten Gefühle widerspiegelt, deren das menschliche Herz fähig
ist: die vorbehaltlose Hingabe der Liebe; eine Kraft, die größte
Schmerzen zu ertragen vermag; grenzenlose Treue und unermüdlicher Einsatz;
die Fähigkeit, tiefe Einsichten mit Worten des Trostes und der Ermutigung
zu verbinden«.(110)
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