50. Die für Durchführung des Noviziats
notwendingen zeitlichen und räumlichen Gegebenheiten werden irn einzelnen
vom Recht dargelegt. Man soll dabei zwar eine gewisse Beweglichkeit bewahren,
sich jedoch erinnern, daß die Klugheit zu etwas raten kann, was nicht vom
Recht auferlegt ist.(126) Die höheren Oberen und die für die
Ausbildung Verantwortlichen wissen, daß die heutige Situation zweifellos
stärker als in früheren Zeiten für die Novizen ausreichend
stabile Verhältnisse erfordert, die dem steten geistlichen Wachstum einen
vertieften und ruhigen Verlauf ermöglichen. Das ist um so wichtiger, als
zahlreiche Kandidaten bereits Lebenserfahrungen in der Welt gemacht haben. Die
Novizen müssen sich tatsächlich in die praktische Erfahrung des
langen Gebets, der Einsamkeit und der Stille einüben. Dabei spielt der
Zeitfaktor eine entscheidende Rolle. Sie mögen ein stärkeres
Verlangen spüren, sich von der Welt zu »erholen« als in die Welt zu
»gehen«, und dieses Verlangen ist nicht nur subjektiv. Deshalb sollen Zeit und
Ort des Noviziats so gestaltet sein, daß die Novizen dort ein
günstiges Klima für das gründliche Hineinwachsen in das Leben
mit Christus vorfinden. Das wird nur erreicht durch Selbstverleugnung, durch
den Verzicht auf alles, was in der Welt Gott entgegensteht, und selbst auf
»hochzuschätzende Werte« der Welt.(127) Es ist daher ganz und gar
davon abzuraten, die Noviziatszeit in solchen Gemeinschaften zu verbringen, die
gänzlich in ihre Umgebung integriert sind. Wie bereits gesagt (Nr. 28),
muß den Erfordernissen der Ausbildung mehr Rechnung getragen werden als
gewissen Vorteilen im Apostolat, die eine Einbindung in eine arme Umgebung mit
sich bringen kann.
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