BEDEUTUNG UND
ANFORDERUNGEN DIESES AUSBILDUNGSABSCHNITTES
59. Die erste Profeß leitet eine neue
Phase der Ausbildung ein, die von der aus der Profeß hervorgegangenen
Dynamik und Stabilität profitiert. Für die Ordensleute geht es darum,
die Früchte der vorausgegangenen Abschnitte zu ernten und durch die mutige
Befolgung dessen, zu dem man sich verpflichtet hat, weiter menschlich und
geistlich zu wachsen. Den ihnen im vorhergehenden Abschnitt zuteil gewordenen
geistlichen Schwung beizubehalten ist um so notwendiger, als in den apostolisch
tätigen Instituten der Übergang zu einem offeneren Lebensstil und
sehr anspruchsvoIlen Tätigkeiten oft Gefahren der Verunsicherung und
Austrocknung mit sich bringt. In den auf die Kontemplation hingeordneten
Instituten bestehen diese Gefahren eher in Routine, Ermüdung und
geistlicher Trägheit. Jesus hat seine Jünger durch die Krisen, die
sie durchmachten, erzogen. Durch die wiederholten Ankündigungen seines
Leidens und Sterbens hat er sie darauf vorbereitet, zuverlässigere
Jünger zu werden.(142) Die Pädagogik dieses
Ausbildungsabschnittes soll daher den jungen Ordensangehörigen wirklich
seinen Weg gehen lassen, mit Hilfe seiner ganzen Erfahrung und entsprechend
einer Einheit von Lebenssicht und Leben, der Einheit seiner Berufung in eben
diesem Augenblick seines Daseins und im Hinblick auf die ewige Profeß.
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