Index | Wörter: alphabetisch - Frequenz - rückläufig - Länge - Statistik | Hilfe | IntraText-Bibliothek
Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens
Richtlinien für Ausbildung in Ordensinstituten

IntraText CT - Text

  • DRITTES KAPITEL DIE STUFEN DER ORDENSAUSBILDUNG
    • D) DIE STÄNDIGE WEITERBILDUNG DER EWIGEN PROFESSEN
      • 70
zurück - vor

Hier klicken um die Links zu den Konkordanzen auszublenden

DIE ENTSCHEIDENDEN ABSCHNITTE DER STÄNDIGEN WEITERBILDUNG

70. Diese Abschnitte müssen sehr flexibel verstanden werden. Es empfiehlt sich, sie konkret mit jenen zu verbinden, wie sie die unvorhersehbare Initiative des Heiligen Geistes auszulösen vermag. Für bedeutsame Perioden halten wir im besonderen:

- den Übergang von der Anfangsausbildung zur ersten Erfahrung eines selbständigeren Lebens, wo der Ordensangehörige dazu finden muß, auf neue Art und Weise Gott treu zu sein;

- ungefähr zehn Jahre nach der ewigen Profeß, wo sich die Gefahr eines »Gewohnheits« lebens und das Nachlassen jeder Begeisterung einstellt. Jetzt scheint ein längerer Zeitraum geboten zu sein, wo man dem gewohnten Leben gegenüber etwas Abstand nimmt, um es im Lichte des Evangeliums und des Denkens des Ordensstifters »neu zu uberdenken«. Diese Zeit der Vertiefung bieten manche Institute ihren Mitgliedern im Terziat an, das manchmal auch »zweites Noviziat« oder »zweite Probezeit« genannt wird. Diese Zeit sollte in einer Kommunität des Instituts verbracht werden;

- die volle Reife bringt nicht selten die Gefahr mit sich, daß sich vor allem bei starken und erfolgreichen Naturen ein Individualismus herausbildet;

- im Augenblick schwerer Krisen, die in jedem Alter unter der Einwirkung äußerer Faktoren (Wechsel der Stelle oder der Arbeit, Mißerfolg, Unverständnis, Gefühl, an den Rand gedrängt zu werden, usw.) oder umittelbar persönlicher Faktoren (physische oder psychische Krankheit, geistliche Austrocknung, starke Versuchungen, Glaubenskrise oder Krise des Gefühlslebens oder beides zusammen usw.) auftreten können. Unter diesen Umstanden muß dem Ordensangehörigen geholfen werden, im Glauben einen positiven Ausgang aus der Krise zu finden;

- im Augenblick ihres (altersbedingten) zunehmenden Rückzugs aus dem aktiven Wirken erfahren Ordensmänner und Ordensfrauen in ihrem Dasein am tiefsten das, was Paulus im Zusammenhang mit unserem Auf-dem-Weg-Sein zur Auferstehung beschreibt: »Darum werden wir nicht müde; wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, der innere wird Tag für Tag erneuert«.(156) SeIbst Petrus muß sich, nachdem er die unermeßliche Aufgabe, die Herde des Herrn zu weiden, erhalten hat, sagen lassen: »Als du noch jung warst, hast du dich selbst gegürtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst«.(157) Der Ordensangehörige kann diese Augenblicke als eine einzigartige Chance erleben, sich von der österlichen Erfahrung des Herrn so durchdringen zu lassen, daß er im Zusammenhang mit einer Entscheidung abzutreten den brennenden Wunsch verspürt zu sterben, um »bei Christus zu sein«: »Christus will ich erkennen und die Macht seiner Auferstehung und die Gemeinschaft mit seinen Leiden; sein Tod soll mich prägen. So hoffe ich, auch zur Auferstehung von den Toten zu gelangen«.(158) Das Ordensleben folgt keiner anderen inneren Bewegung.




156) 2 Kor 4,16; vgl. auch 5, 1-10.



157) Joh 21, 15-19.



158) Phil 3,10; vgl. 1, 20-26; vgl. auch LG 48.






zurück - vor

Index | Wörter: alphabetisch - Frequenz - rückläufig - Länge - Statistik | Hilfe | IntraText-Bibliothek

Best viewed with any browser at 800x600 or 768x1024 on Tablet PC
IntraText® (V89) - Some rights reserved by EuloTech SRL - 1996-2007. Content in this page is licensed under a Creative Commons License