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Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens
Richtlinien für Ausbildung in Ordensinstituten

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  • VIERTES KAPITEL DIE AUSBILDUNG IN DEN GÄNZLICH AUF DIE KONTEMPLATION HINGEORDNETEN INSTITUTEN, BESONDERS DEN NONNENKLÖSTERN (PC 7)
      • 74
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DIE BEDEUTUNG DER AUSBILDUNG IN DIESEN INSTITUTEN

74. Das Studium des Wortes Gottes, der Überlieferung der Kirchenväter, der Dokumente des kirchlichen Lehramtes und eine systematische theologische Reflexion sollten an Stätten, wo sich Menschen dafür entschieden haben, ihr ganzes Leben auf das vorrangige, wenn nicht ausschließliche Suchen nach Gott hinzuordnen, nicht geringer geschätzt werden. Diese ganz auf die Kontemplation hingeordneten Ordensmänner und Ordensfrauen erfahren aus der Heiligen Schrift, wie Gott nicht müde wird, sich um sein Geschöpf zu bemühen, um einen Bund mit ihm zu schließen, und wie umgekehrt das ganze Leben des Menschen nur ein ständiges Suchen nach Gott sein kann. Und sie lassen sich selbst geduldig auf dieses Suchen ein. In der Dunkelheit seiner Grenzen macht der Mensch nur tastende Versuche, aber zugleich schenkt ihm Gott die Fähigkeit, sich dafür zu begeistern. Diesen Ordensleuten soll also geholfen werden, dem Geheimnis Gottes näherzukommen, wobei die kritischen Forderungen der menschlichen Vernunft nicht unbeachtet bleiben dürfen. HerausgestelIt weren sollen - bei aller Bescheidenheit hinsichtlich des Ausganges eines Suchens, das erst beendet sein wird, wenn wir von Angesicht zu Angesicht Gott sehen, wie er ist - auch die Gewißheiten, welche die Offenbarung über das Geheimnis Gottes, der Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, anbietet. Die erste Sorge der Mitglieder dieser beschaulichen Orden ist nicht und darf nicht sein, ein umfangreiches Wissen zu erwerben noch akademische Grade zu erlangen. Sie gilt und muß gelten der Stärkung des Glaubens; »Glaube aber ist: Feststehen in dem, was man erhofft, Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht«.(161) Im Glauben finden sich Grundlage und Anfänge einer echten Konmplation. Gewiß versetzt er den Menschen auf unbekannte Wege: »Abraham zog weg, ohne zu wissen, wohin er kommen würde«,(162) aber er läßt einen standhalten in der Prüfung, als sähe man den Unsichtbaren.(163) Der Glaube überwindet, vertieft und erweitert die Anstrengung des Verstandes, der auf der Suche ist und über das nachsinnt, was ihm jetzt nur wie »in einem Spiegel und rätselhaften Umrissen«(164) zugänglich ist.




161) Hebr 11,1.



162) Hebr 11,8.



163) Vgl. Hebr 11,27.



164) 1 Kor 13,12.






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