89. Es bedrängen uns also die Probleme, die von
der Fülle und Vielschichtigkeit dieses menschlichen Gefüges der
Pastoral der Berufe sowie der Ausbildung gestellt werden. Hier geht es um die
Unterscheidung der Berufe. Vor allem in bestimmten Ländern wird es immer
wieder vorkommen, daß sich Kandidaten und Kandidatinnen deshalb zum Ordensleben
melden, weil sie mehr oder weniger bewußt eine Förderung in sozialer
Hinsicht und eine Sicherheit für die Zukunft suchen; für andere wird
sich das Ordensleben als der ideale Ort eines ideologischen Einsatzes für
die Gerechtigkeit anbieten. Wieder andere, die mehr konservativ eingestellt
sind, werden vom Ordensleben erwarten, daß es ihnen zum Ort der Rettung
ihres Glaubens in einer weitgehend als feindlich und korrupt angesehenen Welt
werde. Diese Motivationen stellen gleichsam die Kehrseite einer Anzahl von Werten
dar, sie bedürfen allerdings der Klärung und Berichtigung. In den
sogenannten entwickelten Ländern soll wohl auf der Grundlage von
Entsagung, bleibender Treue, friedliebender und gleichbleibender
Hochherzigkeit, echter Freude und Liebe vor allem das menschliche und
geistliche Gleichgewicht gefördert werden. Hier haben wir ein
anspruchsvolles, aber notwendiges Programm für die mit der Pastoral der
Berufe und mit der Ausbildung beauftragten Ordensmänner und Ordensfrauen.
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