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C) ORDENSLEBEN UND KIRCHLICHE BEWEGUNGEN
92. »In der Kirche als communio sind die
Lebensstände derart aufeinander bezogen, daß sie aufeinander
ausgerichtet sind. Der tiefste Sinn der verschiedenen Lebensstände ist nur
einer und allen gemeinsam: Ihnen allen ist aufgegeben, eine Modalität
darzustellen, nach der die gleiche christliche Würde und die Berufung zur
Heiligkeit in der Vollkommenheit der Liebe gelebt werden. Diese
Modalitäten sind zugleich verschieden und komplementär. So hat jede
von ihnen eigene und unverwechselbare Züge und steht doch in Beziehung zu
den anderen und in ihrem Dienst«.(184) Das bestätigen die
zahlreichen heutigen Erfahrungen nicht nur mit Arbeits-, sondern bisveilen auch
mit Gebets- und Lebensgemeinschaften zwischen Ordensleuten und Laien. Unser Vorschlag
will hier nicht eine Gesamtstudie über diese neue Situation eröffnen,
sondern nur die Beziehungen zwischen Ordensleuten und Laien unter dem
Gesichtspunkt der kirchlichen Bewegungen, die größtenteils auf die
Initiative von Laien zurückgehen, ins Auge fassen.
Schon immer sind im Vollk Gottes kirchliche
Bewegungen aufgetreten, die von dem Verlangen beseelt waren, intensiver nach
dem Evangelium zu leben und es den Menschen zu verkündigen. Manche dieser
Bewegungen waren sehr eng mit Ordensinstituten verbunden, deren spezifische
Spiritualität sie teilten. In unseren Tagen - und das schon seit einigen
Jahrzehnten - sind neue Bewegungen auf den Plan getreten, die von den
Strukturen und dem Stil des Ordenslebens unabhängiger als die
früheren sind und an deren für die Kirche günstigen
Einfluß auf der Bischofsynode über die Berufung und Sendung der
Laien (1987) wiederholt erinnert wurde; Voraussetzung dafür ist, daß
sie eine Reihe von Kriterien der Kirchlichkeit einhalten.(185)
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