93. Um zwischen diesen Bewegungen und den
Ordensinstituten einen guten Einklang herzustellen und zu bewahren - und das um
so mehr, als da oder dort zahlreiche Ordensberufe aus diesen Bewegungen
hervorgegangen sind -, gilt es, über die folgenden Forderungen und über
die konkreten Konsequenzen, die sie für die Mitglieder dieser Institute
nach sich ziehen, nachzudenken.
- Ein Institut, so wie es der Stifter
gewollt und wie es die Kirche anerkannt hat, besitzt eine innere Kohärenz,
die ihm aus seiner Natur, seiner Zielsetzung, seinem Geist, seiner Anlage und
seinen Überlieferungen erwächst. Dieses ganze Erbgut stellt die
Grundpfeiler sowohl für die Identität und die Einheit des Instituts
selbst(186) als auch für die Einheit des Lebens jedes seiner
Mitglieder dar. Es ist ein Geschenk des Geistes an die Kirche, das keinerlei
Einmischung, Überlagerung oder Trübung erfahren darf. Der Dialog und
die Teilnahme innerhalb der Kirche setzen voraus, daß sich jeder dessen
bewußt ist.
Ein Kandidat für das Ordensleben, der
aus der einen oder anderen dieser kirchlichen Bewegungen kommt, stellt sich
beim Eintritt in das Noviziat aus freien Stücken unter die Autorität
der Oberen und der legitim mit seiner Ausbildung beauftragten Erzieher. Er kann
also nicht gleichzeitig von einem Verantwortlichen außerhalb des
Instituts, dem er nunmehr angehört, abhängig sein, auch wenn er vor
seinem Eintritt dieser Bewegung angehört hat. Andernfalls steht die
Einheit des Instituts und die Einheit des Lebens der Novizen hier auf dem
Spiel. Diese Forderungen bleiben über die Ordensweihe hinaus bestehen, um
jede Form von »Mehrfachzugehörigkeit« sowohl hinsichtlich des
persönlichen geistlichen Lebens des Ordensangehörigen wie
hinsichtlich seiner Sendung vorzubeugen. Sollten diese Forderungen nicht
respektiert werden, bestünde die Gefahr, daß der notwendige Einklang
zwischen Ordensleuten und Laien auf den beiden soeben genannten Ebenen in
Verwirrung ausarten wurde.
|