DIE ORDENSINSTITUTE:
EINE VIELFALT VON GABEN, DIE GEPFLEGT UND BEWAHRT WERDEN MÜSSEN
16. Die Vielfalt der Ordensinstitute gleicht
»einem Baum, der aus einem von Gott gegebenen Keim wunderbar und
vielfältig auf dem Ackerfeld des Herrn Zweige treibt«.(50) Durch
sie »macht die Kirche wirklich... den Gläubigen wie den Ungläubigen
Christus sichtbar, wie er auf dem Berg in der Beschauung weilt oder wie er den
Scharen das Reich Gottes verkündigt oder wie er die Kranken und Schwachen
heilt und die Sünder zum Guten bekehrt oder wie er die Kinder segnet und
allen Wohltaten erweist, immer aber dem Willen des Vaters gehorsam ist, der ihn
gesandt hat«.(51)
Diese Mannifaltigkeit erklärt sich aus
der Mannigfaltigkeit des »Charismas der Ordensstifter«.(52) Dieses
Charisma »scheint eine gewisse Erfahrung des Geistes zu sein, die den
eigenen Schülern überliefert wurde, damit sie danach leben, sie
hüten, vertiefen und ständig weiterentwickeln in der gleichen Weise,
wie auch der Leib Christi ständig wächst. Deshalb "schützt
und fördert die Kirche den eigenen Charakter der verschiedenen Ordensinstitute"
(LG 44)«.(53)
Deshalb sollen die evangelischen Räte
auch nicht gleichförmig befolgt werden, sondern jedes Institut hat »unter
Beachtung der Eigenart und der eigenen Ziele« seine eigene Art und Weise der
Befolgung festzulegen.(54) Es geht dabei jedoch nicht nur um die getreue
Befolgung der evangelischen Räte, sondern um alles, was den Lebensstil der
Mitglieder des Instituts betrifft, die nach Vollkommenheit ihres Standes
streben.(55)
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