DIE JUNGFRAU MARIA
20. Mit dem Wirken des Heiligen Geistes
verbunden war seit jeher die Jungfrau Maria, Gottesmutter und Mutter aller
Glieder des Gottesvolkes. Denn durch ihn hat sie das Wort Gottes in ihrem
Schoß empfangen und auf ihn wartete sie zusammen mit den Aposteln, im
Gebet verharrend (vgl. LG 52 u. 59), am Morgen nach der Himmelfahrt des Herrn.
Darum treffen die Ordensmänner und Ordensfrauen in jeder Phase ihrer
Ausbildung auf die Gegenwart Mariens.
»Unter allen Personen, die sich vorbehaltlos
Gott geweiht haben, ist sie die erste. Sie - die Jungfrau von Nazaret - ist
diejenige, die am vollständigsten und auf die vollkommenste Weise Gott
geweiht ist. In der göttlichen Mutterschaft erreicht ihre bräutliche
Liebe durch die Kraft des Heiligen Geistes ihren Höhepunkt. Sie, die als
Mutter Christus auf ihren Armen trägt, verwirklicht gleich in vollkommenster
Weise seinen Ruf "Folge mir". Sie folgt ihm - sie, die Mutter - als
ihrem Meister in Keuschheit, Armut und Gehorsam... Wenn die ganze Kirche in
Maria ihr erstes Modell findet, um wieviel mehr finden es geweihte Personen und
Gemeinschaften in der Kirche«. Jeder Ordensangehörige »ist eingeladen,
seine Ordensweihe nach dem Vorbild der Weihe der Gottesgebärerin neu zu
leben«.(68)
Der Ordensmann und die Ordensfrau begegnen
Maria nicht nur als Vorbild, sondern auch als Mutter. »Sie ist die Mutter der
Ordensleute, weil sie die Mutter dessen ist, der geheiligt und gesandt worden
ist. In ihrem Fiat und in ihrem Magnificat findet das Ordensleben seine
Ganzhingabe an das Heilswirken Gottes und die Freude darüber«.(69)
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