24 Man wird also bei den Ordensmännern und
Ordensfrauen eine »Gesinung« nicht nur »mit«, sondern - wie auch der hl.
Ignatius von Loyola sagt »in« der Kirche(82) entwickeln müssen.
Diese kirchliche Gesinnung besteht dem Bewußtsein, daß man zu einem
Volk gehört, das unterwegs ist. Ein Volk, das seinen Ursprung in der
trinitarischen Gemeinschaft hat; das in der Geschichte der Menschheit
verwurzelt ist; das sich auf das Fundament der Apostel und auf das Hirtenamt
ihrer Nachfolger stützt; das im Nachfolger Petri den Stellvertreter
Christi und das sichtbare Haupt der ganzen Kirche anerkennt. Ein Volk, das in
der Hl. Schrift, in der Überlieferung und im Lehramt der Kirche den
dreifachen und einzigen Weg findet, auf dem das Wort Gottes zu ihm gelangt; das
sich nach der sichtbaren Einheit mit den anderen, nichtkatholischen
christlichen Gemeinschaften sehnt. Ein Volk, das sowohl um die seit
Jahrhunderten vor sich gegangenen Veränderungen als auch um die legitimen
Verschiedenheiten in der heutigen Kirche Bescheid weiß, das sich aber
eher darum bemüht, die Kontinuität und Einheit aufzudecken, die noch
immer realer sind. Ein Volk, das sich als Leib Christi identifiziert und das
die Liebe zu Christus nicht von der Liebe zu seiner Kirche trennt, weil es sich
bewußt ist, daß sie ein Geheimnis darstellt, das Geheimnis Gottes
selbst in Jesus Christus durch seinen Geist, der für die Menschheit von
heute und aller Zeiten ausgegossen und ihr mitgeteilt wurde. Ein Volk also, das
sich nicht nur vom soziologischen oder politischen Standpunkt aus erfassen und
analysieren läßt, weil sich die eigentlich authentische Seite seines
Lebens der Beachtung der Weisen dieser Welt entzieht. Ein missionarisches Volk
schließlich, das sich nicht damit zufrieden gibt, die Kirche als »kleine
Herde« zu sehen, sondern das unaufhörlich alles daran setzt, daß
jedem Menschen das Evangelium verkündet wird und die Welt erfährt,
daß »uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben ist, durch
den wir gerettet werden sollen« (Apg 4,12), als der Name Jesu Christi (vgl. LG
9).
|