DIE GEMEINSCHAFT
26. Innerhalb der Kirche und in der
Verbundenheit mit der Jungfrau Maria spielt die Lebensgemeinschaft in allen
Abschaitten der Ausbildung eine bevorzugte Rolle. Die Ausbildung hängt ja
großenteils von der Qualität dieser Gemeinschaft ab. Diese
Qualität ergibt sich aus dem allgemeinen Klima in der Gemeinschaft und aus
dem Lebensstil ihrer Mitglieder in Übereinstimmung mit der Eigenart und
dem Geist des betreffenden Instituts. Das heißt, eine Gemeinschaft wird
das sein, was die Mitglieder aus ihr machen, sie hat ihre eigenen Forderungen,
und schon bevor man sich ihrer als eines MitteIs der Ausbildung bedient,
verdient sie, geliebt zu werden und daß ihr gedient werde um
dessentwillen, was sie für das Ordensleben bedeutet, so wie die Kirche es
sich vorstellt.
Die Grundinspiration bleibt natürlich
die christliche Urgemeinde, Frucht des Paschamysteriums des Herrn.(87)
Aber wer dieses Ideal anstrebt, muß sich der Anforderungen, die es an ihn
stellt, bewußt sein. Ein demütiger Realismus und der Glaube
müssen die Bemühungen um die Ausbildung zum brüderlichen Leben
beseelen. Die Gemeinschaft kommt nicht zustande und besteht weiter, weil ihre
Mitglieder sich aufgrund ihrer Übereinstimmung im Denken, im Charakter
oder in ihren Entscheidungen glücklich zusammenfinden, sondern weil der
Herr sie zusammengeführt hat und sie durch eine gemeinsame Weihe und eine
gemeinsame Sendung in der Kirche zusammenhält. Der vom Oberen
ausgeübten besonderen Vermittlung pflichten alle im Glaubensgehorsam
bei.(88) Man sollte im übrigen nicht vergessen, daß der
österliche Friede und die österliche Freude einer Gemeinschaft immer
Frucht des eigenen Todes und des Empfangs der Gabe des Geistes
sind.(89)
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