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Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens
Richtlinien für Ausbildung in Ordensinstituten

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  • ZWEITES KAPITEL ASPEKTE, DIE ALLEN ABSCHNITTEN DER AUSBILDUNG ZUM ORDENSLEBEN GEMEINSAM SIND
    • A) VERMITTLER UND UMFELD DER AUSBILDUNG DER GEIST GOTTES
      • 28
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28. Hier gilt es auf das Problem hinzuweisen, das sich mit der Eingliederung einer für die Ausbildung des Nachwuchses bestimmten Ordensgemeinschaft in eine arme Umgebung stellt. Kleine Ordenskommunitäten in den Wohngebieten des einfachen Volkes, am Rande der Großstädte oder in den ärmsten Zonen im Landesinnern sind ein bedeutsamer Ausdruck der »bevorzugten Option für die Armen«, denn es genügt nicht, für die Armen zu arbeiten, sondern es geht darum, mit ihnen und, soweit das möglich ist, wie sie zu leben. Diese Forderung muß jedoch der jeweiligen Situation, in der sich der Ordensangehörige selbst befindet, angepaßt werden. Als allgemeine Regel sei zunächst gesagt, daß die Anforderungen der Ausbildung Vorrang haben müssen vor gewissen apostolischen Vorteilen der Eingliederung in eine arme Umgebung. So müssen zum Beispiel die Einsamkeit und Stille, die während der gesamten ersten Ausbildung unerläßlich sind, verwirklicht und eingehalten werden können. Andererseits gehören zur Ausbildungszeit, einschließlich des Noviziats, Perioden apostolischer Arbeit, wo diese Dimension des Ordenslebens Ausdruck finden kann, vorausgesetzt, daß diese kleinen Kommunitäten bestimmten Kriterien entsprechen, die sie als echte Ordensgemeinschaften ausweisen: sie müssen die Möglichkeit bieten, ein echtes Ordensleben im Einklang mit den Zielsetzungen des Instituts zu leben; in diesen Gemeinschaften müssen das gemeinschaftliche und persönliche Gebetsleben und folglich Zeiten und Orte der Stille eingehalten werden können; die Anwesenheit dieser Ordensmänner und Ordensfrauen muß vor allem evangelisch motiviert sein; diese Gemeinschaften müssen immer bereit sein, den Forderungen der Oberen des Instituts zu entsprechen; ihre apostolische Arbeit darf nicht in erster Linie einer persönlichen Wahl enstprechen, sondern muß Antwort auf eine Entscheidung des Instituts, im Einklang mit der Diözesanseelsorge sein, für die als erster der Bischof verantwortlich ist.

Schließlich ist noch darauf hinzuweisen, daß in den Kulturen und Ländern, wo die Gastfreundschaft einen besonders hochgeschätzten Wert darstellt, die Ordensgemeinschaft als solche den Gästen gegenüber hinsichtlich der Zeit und Orte ganz über ihre Autonomie und Unabhängigkeit verfügen können muß. Zweifellos ist das gerade in bescheidenen Ordensniederlassungen recht schwer zu verwirklichen, es muß aber berücksichtigt werden, wenn die Gemeinschaft ihren Plan des Gemeinschaftslebens erarbeitet.




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