34. Die Gesamtausbildung der Person enthält eine
physische, moralische, intellektuelle und geistliche Dimension. Ihre
Zielsetzungen und Erfordernisse sind bekannt. Das Zweite Vatikanische Konzil
legt sie in der Pastoralkonstitution Gaudium et Spes(96) und in
der Erklärung über die christliche Erziehung Gravissimum
educationis(97) dar. Das Dekret über die Priesterausildung Optatam
totius schlägt Kriterien vor, die eine Beurteilung der für den
priesterlichen Dienst nötigen menschlichen Reife der Kandidaten
ermöglichen sollen.(98) Angesichts der Natur des Ordenslebens und
der Sendung, zu deren Erfüllung in der Kirche der Ordensangehörige
berufen ist, lassen sich diese Kriterien unschwer auf die Kandidaten für
das Ordensleben anwenden. Das Dekret über die zeitgemäße
Erneuerung des Ordenslebens Perfectae caritatis endlich erinnert daran,
daß die Ordensweihe in der Taufweihe wurzelt,(99) was implizit
die Verfügung enthält, daß zum Noviziat nur Kandidaten
zugelassen werden sollen, die bereits in einer ihrem Alter angemessenen Weise
alle aus ihrer Taufe erwachsenden Verpflichtungen leben. Und ebenso müßte
eine gute Ordensausbildung in allen Lebensabschnitten, besonders in den
schwierigeren Perioden, wo man aufgerufen ist, von neuem aus freien
Stücken jene Wahl zu treffen, die bereits (in der Taufe) ein für
allemal erfolgt ist, das Bekenntnis des Glaubens und die Verpflichtungen aus
der Taufe bestätigen.
|