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| Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens Richtlinien für Ausbildung in Ordensinstituten IntraText CT - Text |
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C) DIE ASKESE 36. »Die Nachfolge Christi führt zur immer bewußteren und konkreteren Teilhabe am Geheimnis seines Leidens und Sterbens und seiner Auferstehung. Das Ostergeheimnis muß als Ursprung des Lebens und Reifens das Herz des Ausbildungsprogrammes sein. In ihm wird der neue Mensch gestaltet, der Ordenschrist und der Apostel«.(101) Das läßt uns auf die unerläßliche Notwendigkeit der Askese in der Ausbilung und im Leben der Ordensleute hinweisen. In einer Welt, die von sexueller ZügelIosigkeit, Konsum und Machtmißbrauch aller Art beherrscht wird, braucht es Zeugen des Ostergeheimnisses Christi, dessen erster Abschnitt zwangsläufig über das Kreuz führt. Dieser Durchgang durch das Kreuz ist Anlaß dazu, auf das Programm der Gesamtausbildung eine tägliche persönliche Askese zu setzen, die die Kandidaten, Novizen und Professen, zur Übung der Tugenden des Glaubens, der Hoffnung, der Liebe, der Klugheit, der Gerechtigkeit, der Festigkeit und der Enthaltsamkeit hinführt. Dieses Programm ist zeitlos und kann nicht aus der Mode kommen. Es ist immer aktuell und immer notwendig. Ohne es anzunehmen, kann keiner seine Taufe leben und schon gar nicht seinem Ordensberuf treu sein. Es wird um so mehr befolgt werden, wenn es, wie das christliche Leben insgesamt, von der Liebe unseres Herrn Jesus Christus und von der Freude, ihm zu dienen, motiviert wird. Das christliche Volk braucht außerdem Animatoren, die ihm helfen, den »königlichen Weg des heiligen Kreuzes« zu durchlaufen. Es braucht Zeugen, die auf das verzichten, was der hl. Johannes »die Welt« und »ihre Begierde« nennt, aber auch auf diese vom Schöpfer geschaffene und erhaltene »Welt« und manche ihrer Werte. Das Reich Gottes, dessen »Erhabenheit gegenüber dem Irdischen« der Ordensstand »offenkundig macht«,(102) ist nicht von dieser Welt. Es bedarf der Zeugen, die das aussprechen. Das setzt natürlich im Verlauf der Ausbildung die Reflexion über die christliche Bedeutung der Askese und über die einwandfrei auf Gott gegründeten Überzeugungen sowie seine Beziehungen zu der aus seiner Hand stammenden Welt voraus, denn es geht darum, sich zugleich vor einem kindlich-naturalistischen Optimismus einerseits und einem das Geheimnis Christi, Schöpfers und Erlösers der Welt, vernachlässigenden Pessimismus andererseits zu hüten.
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101) Johannes Paul II. an die Ordensleute Brasiliens, 11.7.1986, Nr. 5; vgl. Vorw., Anm. 5. 102) LG 44. |
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