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Von der Hoffnung ausgehen
4.
Das Große Jubiläum des Jahres 2000 hat das Leben der Kirche tief geprägt.
Überall auf der Welt war das geweihte Leben zutiefst in das Jubiläum
einbezogen. Am 2. Februar 2000 wurde, nach angemessener Vorbereitung, in allen
Teilkirchen das Jubiläum des geweihten Lebens gefeiert.
Um gemeinsam die
Schwelle des neuen Jahrtausends zu überschreiten, wollte der hl. Vater am Ende
des Jubiläumsjahres das Vermächtnis der Jubiläumsfeiern im Apostolischen
Schreiben Novo millennio ineunte
zusammenfassen. In diesem Text finden sich in außerordentlicher, doch
keinesfalls überraschender Kontinuität einige Grundthemen, die bereits im
Schreiben Vita consecrata
gewissermaßen vorweggenommen wurden: Christus, das Zentrum des Lebens eines
jeden Christen,11 die Pastoral und die Pädagogik der
Heiligkeit, ihr anspruchsvoller Charakter, ihr höchster Maßstab im christlichen Alltag,12 das
allgemeine Bedürfnis nach Spiritualität und Gebet, das sich besonders in der
Kontemplation und im Hören des Gotteswortes ereignet,13 die
durch nichts zu ersetzende Wirkkraft des sakramentalen Lebens,14
die Spiritualität der Gemeinschaft15 sowie das Zeugnis der
Liebe, das in einer neuen Phantasie der
caritas gegenüber den Leidenden und gegenüber der verwundeten und dem Haß
ausgelieferten Welt im ökumenischen und interreligiösen Dialog16
zum Ausdruck kommt.
Die Väter der
Plenaria, die von den bereits im Apostolischen Schreiben enthaltenen und
angesichts der Notwendigkeit eines neuen Bemühens um Heiligkeit durch die
Erfahrung des Jubiläums bekräftigten Elementen ausgingen, stellten jene Fragen
und Hoffnungen fest, welche die Menschen in den verschiedenen Erdteilen
bewegen, und haben deren wichtigste Aspekte aufgegriffen. Es war nicht ihre
Absicht, ein neues doktrinäres Dokument zu verfassen, sondern eher dem
geweihten Leben dabei zu helfen, sich auf die großen pastoralen
Richtungsweisungen einzulassen, die der hl. Vater mit dem Gewicht seiner
Autorität und seines charismatischen Dienstes an der Einheit und an der
universalen Sendung der Kirche gegeben hat; ein Geschenk, das durch Treue zur
Nachfolge Christi gemäß den evangelischen Räten und durch die Kraft einer Liebe
beantwortet wird, die Tag für Tag in geschwisterlicher Gemeinschaft und in
einer hochherzigen apostolischen Spiritualität gelebt wird.
Die besonderen
Versammlungen nationalen Charakters der Bischofsynode, die das Jubiläum
vorbereitet haben, behandelten bereits die kirchliche und kulturelle Einordnung
der Wünsche und der Herausforderungen des geweihten Lebens. Die Väter der
Plenaria wollten keine Analyse der Verhältnisse wiederholen. Im Blick auf die
heutige Situation des geweihten Lebens und gleichzeitig auch auf die
Orientierungen des hl. Vaters laden sie ganz einfach die geweihten Männer und
Frauen in jedem Lebens- und Kulturbereich ein, sich vor allem um Spiritualität zu bemühen. Ihre Überlegungen in diesem
Dokument gliedern sich in vier Teile. Nach Anerkennung des Reichtums der
Erfahrung, die das geweihte Leben derzeit in der Kirche macht, wollte die
Plenaria ihre Dankbarkeit und ihre volle Anerkennung für das, was es ist und was es tut zum Ausdruck bringen (Teil I). Dabei bleiben auch die
Schwierigkeiten, Prüfungen und Herausforderungen, denen die Geweihten
ausgesetzt sind, nicht verborgen, doch wurden diese gesehen als eine neue Gelegenheit, die Bedeutung und die
Qualität des geweihten Lebens wieder tiefer zu entdecken (Teil II). Der wichtigste Appell ist jener zu einem erneuerten Aufbruch im geistlichen Leben,
ausgehend von Christus in seiner evangeliumsgemäßen Nachfolge und in einem
Leben, das auf besondere Weise die
Spiritualität der Gemeinschaft verwirklicht (Teil III). Schließlich wolltet die Plenaria die geweihten Personen auf den Straßen der Welt begleiten, wo
Christus unterwegs und heute gegenwärtig ist, wo die Kirche ihn als den Heiland
der Welt verkündet und wo die innere Verbundenheit durch den trinitarischen
Herzschlag der Liebe zu einer erneuerten Sendung ausgeweitet wird (Teil IV).
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