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Einige besondere
Herausforderungen
19.Wenn
wir hier die Notwendigkeit der Lebensqualität und die Aufmerksamkeit auf die
Erfordernisse der Ausbildung hervorgehoben haben, dann deshalb, weil diese die
vordringlichsten Aspekte zu sein scheinen. Die Kongregation für die Institute
des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens möchte
jedenfalls den geweihten Personen in allen Problemen nahestehen und einen immer
offeneren und konstruktiveren Dialog fortsetzten.
Die Väter der
Plenaria wissen um diese Notwendigkeit und haben den Wunsch nach einer besseren
Kenntnis und Zusammenarbeit mit den Instituten des geweihten Lebens und den
Gesellschaften des apostolischen Lebens geäußert. Ihre Präsenz in der
Ortskirche, besonders jene der Institute diözesanen Rechts, der geweihten
Jungfrauen und der Eremiten verlangen eine besondere Aufmerksamkeit des
Bischofs und seines Presbyteriums.
Gleichzeitig sind
sie auch hellhörig für die Fragen, die sich die Ordensleute im Blick auf ihre
großen Werke stellen, die es ihnen bisher ermöglicht haben, im Geiste ihrer
spezifischen Charismen zu dienen: Krankenhäuser, Kollegien, Schulen und die
verschiedensten Heime. In einigen Teilen der Welt werden sie mit großer
Dringlichkeit verlangt, in anderen wird ihr Unterhalt schwierig. Um dafür
Lösungen zu finden ist Kreativität, Umsicht, Dialog unter den Mitgliedern des
Instituts, mit Instituten mit ähnlichen Werken sowie mit den Verantwortlichen
der Teilkirche gefordert.
Hochaktuell ist
auch das Thema der Inkulturation. Es betrifft die Art und Weise, wie das geweihte
Leben verwirklicht wird, die Anpassung der Formen der Spiritualität und des
Apostolats, die Leitungsstile, die Ausbildung, die Verwaltung der Einkünfte und
der wirtschaftlichen Güter, die Erfüllung der Sendung. Die Appelle, die der
Papst an die ganze Kirche gerichtet hat, gelten auch für das geweihte Leben:
»Das Christentum des dritten Jahrtausends wird immer auf diese Notwendigkeit der Inkulturation
eingehen müssen. Es bewahrt voll seine eigene Identität in totaler Treue zur
Verkündigung des Evangeliums und zur Tradition der Kirche und trägt auch das
Angesicht der vielen Kulturen und Völker, in die es hineingegeben und
verwurzelt wird«.57 Von einer wahren Inkulturation wird für
das geweihte Leben wie für die gesamte Kirche eine beachtliche Bereicherung und
eine neue Epoche geistlichen und apostolischen Aufschwungs erwartet.
Wir könnten noch
viele andere Erwartungen des geweihten Lebens in diesem dritten Jahrtausend
erwähnen und kämen damit an keine Ende, denn der Geist drängt immer vorwärts
und immer weiter. Es ist das Wort des Meisters, das in allen, die ihm
nachfolgen, eine große Begeisterung wecken muß, um dankbar der Vergangenheit zu
gedenken, leidenschaftlich die Gegenwart zu leben und sich vertrauensvoll der
Zukunft zu öffnen.58
Wenn wir die
Einladung hören, die Johannes Paul II. an die ganze Kirche gerichtet hat, dann
muß das geweihte Leben ganz entschieden wieder von Christus ausgehen, indem es
dessen Angesicht betrachtet und die Wege der Spiritualität als Wege des Lebens,
der Pädagogik und der Pastoral bevorzugt: »Die Kirche wartet auch auf euren
Beitrag, Brüder und Schwestern des geweihten Lebens, um auf dieser langen
Wegstrecke gemäß den Richtungsweisungen voranzugehen, die ich im Apostolischen
Schreiben Novo millennio ineunte aufgezeigt
habe: das Antlitz Jesu betrachten,
von ihm neu ausgehen, seine Liebe bezeugen«.59 Nur
dann wird das geweihte Leben neue Lebenskraft finden, um sich in den Dienst der
ganzen Kirche und der ganzen Menschheit zu stellen.
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