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Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens
Neubeginn in Christus

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  • Dritter Teil   DAS GEISTLICHE LEBEN AN ERSTER STELLE
    • Das Wort Gottes
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Das Wort Gottes

 

24. Die Spiritualität zu leben heißt vor allem, von der Person Christi ausgehen, der wahrer Gott und wahrer Mensch ist, der in seinem Wort, »der ersten Quelle jeder Spiritualität«, gegenwärtig ist, woran Johannes Paul II. die Geweihten erinnert.71 Die Heiligkeit ist unverständlich, wenn man nicht von einem neuen Horchen auf das Wort Gottes ausgeht. In Novo millennio ineunte lesen wir: »Besonders notwendig ist es, daß das Hören des Wortes zu einer lebendigen Begegnung wird ... die im biblischen Text das lebendige Wort erfassen läßt, das Fragen an uns stellt, Orientierung gibt und unser Dasein gestaltet«.72 Gerade dort offenbart sich der Meister und bildet Herz und Geist. Dort reift die Sicht des Glaubens, und man lernt die Wirklichkeit und die Ereignisse mit dem Blick Gottes selbst zu sehen, bis dahin, »den Geist Christi« zu haben (1Kor 2, 16).

Es war der Heilige Geist, der die Gründer und Gründerinnen das Wort Gottes in einem neuen Licht sehen ließ. Diesem Wort entspringt jedes Charisma, und jede Ordensregel will sein Ausdruck sein. In Kontinuität mit den Gründern und Gründerinnen sind deren Schüler auch heute aufgerufen, das Wort Gottes zur Hand zu nehmen, damit es weiterhin Leuchte für ihre Schritte und Licht für ihren Weg sei (vgl. Ps118, 105). Der Heilige Geist wird sie dann in die ganze Wahrheit einführen können (vgl. Joh 16, 13).

Das Wort Gottes ist Nahrung für das Leben, für das Gebet und für die tägliche Weihe. Es ist der Anfang der Einigung der Gemeinschaft in der Einheit des Denkens, ist die Inspiration für die ständige Erneuerung und für die apostolische Kreativität. Das II. Vatikanische Konzil hat bereits in der Rückkehr zum Evangelium den ersten großen Beginn der Erneuerung gesehen.73

Wie in der ganzen Kirche, so hat sich in diesen Jahren auch in den Gemeinschaften und Gruppen der geweihten Personen ein lebendigerer und unmittelbarerer Kontakt zum Wort Gottes entwickelt. Dies ist ein Weg, der weiterhin mit immer neuer Intensität beschritten werden muß. Der Papst sagte: »Es ist notwendig, daß Ihr nicht müde werdet, in der Betrachtung der Heilige Schrift, und besonders der heiligen Evangelien zu verweilen, da sie es sind, die in euch das Fleischgewordene Wort einprägen«.74

Das geschwisterliche Leben in Gemeinschaft erleichtert auch die Neuentdeckung der ekklesialen Dimension des Wortes: es anzunehmen, es zu betrachten, es gemeinsam zu leben, die mit ihm gemachten Erfahrungen auszutauschen und so voranzuschreiten in einer wirklichen Spiritualität der Gemeinschaft.

In diesem Zusammenhang muß an die Notwendigkeit eines ständigen Bezugs auf die Ordensregel erinnert werden, der verlangt wird, weil in ihr und in den Konstitutionen »ein Weg der Nachfolge enthalten ist, der von einem eigenen, von der Kirche beglaubigten Charisma gekennzeichnet ist«.75 Die Regel übersetzt die spezifische, von den Gründern und Gründerinnen gegebene Deutung des Evangeliums nicht ohne einen besonderen Antrieb des Geistes und hilft den Mitgliedern des Instituts, tatsächlich gemäß dem Wort Gottes zu leben.

Vom Wort genährt, zu neuen Männern und Frauen geworden, frei und evangelisch, werden die Geweihten im Einsatz für die Evangelisierung echte Diener des Wortes werden können. So erfüllen sie eine vorrangige Aufgabe für die Kirche am Beginn des neuen Millenniums: »Es ist unbedingt nötig, in uns wieder den Schwung des Anfangs dadurch zu entzünden, daß wir uns von dem glühenden Eifer der apostolischen Verkündigung, die auf Pfingsten folgte, mitreißen lassen«.76

 




71 Vita consecrata, 94.



72 Novo millennio ineunte, 39.



73 Vgl. Perfectae caritatis, 2.



74 Johannes Paul II., Homilie (2. Februar 2001): L'Osservatore Romano, 4. Februar 2001.



75 Vita consecrata, 37.



76 Novo millennio ineunte, 40.






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