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Vorwärts und nach oben
gewandt
46.
Auch unter den Geweihten finden sich
Wächter des Morgens: die jungen Männer und Frauen.141
Wir brauchen wirklich mutige Jugendliche, die sich in der Kraft des Geistes vom
Vater gestalten lassen, die zu Personen werden, die »Christus gleichförmig sind«,142
allen ein klares und frohes Zeugnis ihrer »besonderen Annahme des Geheimnisses
Christi«143 und der besonderen Spiritualität ihres Instituts144
anbieten. Mögen sie also noch entschiedener als wahre Protagonisten ihrer
Ausbildung anerkannt werden.145 Da sie aus Gründen des
Generationenwechsels die Erneuerung ihrer Institute werden vorantreiben müssen
ist es angebracht, daß sie nach angemessener Vorbereitung schrittweise Aufgaben
der Animation und der Leitung übernehmen. Vor allem in der Kraft ihrer
drängenden Ideale mögen sie gediegene Zeugen des Strebens nach Heiligkeit
werden als dem »höchsten Maßstab« des christlichen Seins.146
Auf die
Unbedingtheit dieses Glaubens, auf die Haltungen, die sie froh an den Tag legen
sowie auf dem, was der Geist ihnen eingeben möchte, gründet zum guten Teil die
Zukunft des geweihten Lebens und seiner Sendung.
Blicken wir auf
Maria, der Mutter und Lehrerin eines jeden von uns. Sie, die erste der
Geweihten, hat die Fülle der Liebe gelebt. Eifrig im Geiste diente sie dem
Herrn; froh in der Hoffnung, stark in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet;
besorgt um die Nöte der Brüder (vgl.Röm
12, 11-13). In ihr spiegeln und erneuern sich alle Seiten des Evangeliums, alle
Charismen des geweihten Lebens. Sie steht uns bei im alltäglichen Einsatz,
damit aus ihm ein leuchtendes Zeugnis der Liebe werde, ganz nach der
Aufforderung des hl. Paulus: »Wandelt würdig der Berufung mit der ihr gerufen
wurdet!« (Eph 4, 1).
Als Bekräftigung
dieser Richtungsweisungen wollen wir die Worte von Johannes Paul II. noch
einmal aufgreifen, denn in ihnen finden wir die Ermutigung und das Vertrauen,
deren wir bedürfen, wenn wir eine Aufgabe angehen, die unsere Kräfte zu
übersteigen scheint: »Ein neues Jahrhundert, ein neues Jahrtausend öffnen sich
im Lichte Christi. Doch nicht alle sehen das Licht. Wir haben die wunderbare
und anspruchsvolle Aufgabe, sein Widerschein zu sein... Das ist eine Aufgabe,
die uns bangen läßt, wenn wir auf die Schwachheit blicken, die uns so oft
glanzlos macht und Schatten auf uns wirft. Doch die Aufgabe ist lösbar, wenn
wir uns dem Licht Christi aussetzen und es fertig bringen, uns der Gnade zu
öffnen, die uns zu neuen Menschen macht«.147 Dies ist die
Hoffnung, die von den Geweihten in der Kirche verkündet wird, während sie
zusammen mit ihren Brüdern und Schwestern dem auferstandenen Christus entgegen
gehen.
Am 16. Mai 2002 hat der hl. Vater das vorliegende
Dokument der Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften
des apostolischen Lebens approbiert.
Rom, am 19. Mai, dem Pfingstfest des Jahres 2002.
Eduardo Kardinal Martínez
Somalo
Präfekt
Piergiorgio Silvano Nesti,
CP
Sekretär
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