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2. Universitätsseelsorge
38.
Die Universitätsseelsorge ist jene Aktivität der Universität,
die den Mitgliedern der Universitätsgemeinschaft Gelegenheit bietet, das
akademische Studium und außerakademische Bereiche mit den religiösen
und sittlichen Grundsätzen zu verbinden und so das Leben durch den Glauben
zu gestalten. Die Universitätsseelsorge macht die Sendung der Kirche in
der Universität wirksam und ist daher wesentlicher Bestandteil ihrer
Tätigkeit und ihrer Struktur. Eine Universitätsgemeinschaft, die den
katholischen Charakter der Institution zu fördern sucht, ist sich dieser
seelsorglichen Dimension bewußt und achtet auf die Möglichkeiten und
Mittel, mit denen sie alle ihre Tätigkeiten beeinflussen kann.
39.
Als natürlichen Ausdruck ihres katholischen Selbstverständnisses
weiß die Universitätsgemeinschaft auch, den Glauben im Alltag
lebendig zu machen in bedeutenden Augenblicken der Besinnung und des Gebetes.
So werden den katholischen Mitgliedern dieser Gemeinschaft gute
Möglichkeiten geboten, sich in ihrem Leben katholische Lehre und
katholische Lebensweise anzueignen. Sie werden nämlich ermutigt zur
Teilnahme an den Sakramenten, vor allem am Sakrament der Eucharistie als dem
vollkommensten Akt gemeinsamen Gottesdienstes. Jene akademischen
Gemeinschaften, in denen nicht wenige Mitglieder verschiedenen Kirchen,
kirchlichen oder religiösen Gemeinschaften angehören, werden deren
Initiativen zu Meditation und Gebet respektieren, und dies zum Schutz von deren
Glauben.
40.
Die Universitätsseelsorger werden die Professoren und Studenten auch
einladen, sich stärker ihrer Verpflichtung gegenüber dem geistig oder
körperlich Behinderten bewußt zu werden. Nach dem Vorbild Christi mögen
sie sich in besonderer Weise um die Armen kümmern und um jene, die unter
Ungerechtigkeit im wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen oder religiösen
Bereich zu leiden haben. Diese Verpflichtung kommt in erster Linie innerhalb
der akademischen Gemeinschaft zum Tragen; sie kann aber auch außerhalb
derselben erfüllt werden.
41.
Die Universitätsseelsorge ist eine unverzichtbare Aufgabe, wodurch die
katholischen Studenten in Erfüllung ihres Taufversprechens vorbereitet
werden können zu tätiger Teilnahme am Leben der Kirche. Sie kann
ferner dazu beitragen, die Hochschätzung der Ehe und des familiären
Lebens zu nähren und zu mehren, geistliche Berufungen für Priestertum
und Ordensleben zu wecken, das christliche Engagement der Laien anzuregen und
jedweden Einsatz mit dem Geist des Evangeliums zu durchdringen. Ein
Einvernehmen zwischen der Universitätsseelsorge und den Institutionen, die
unter der Leitung des Bischofs oder mit dessen Billigung in der Teilkirche
arbeiten, wird zum allgemeinen Nutzen dienlich sein.(35)
42.
Verschiedene Vereinigungen und Bewegungen des geistlichen und apostolischen
Lebens, hauptsächlich aber jene, die eigens für die Studenten
gegründet sind, können von großem Einfluß sein auf das
Wachstum der pastoralen Aspekte des Universitätslebens.
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