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| Ioannes Paulus PP. II Ex corde Ecclesiae IntraText CT - Text |
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2. Universitätsgemeinschaft 21. Ihre Ziele verfolgt die Katholische Universität auch, wenn sie sich darum bemüht, eine wirklich menschliche und vom Geist Christi durchdrungene Gemeinschaft zu bilden. Die Quelle ihrer Einheit entspringt der gemeinsamen Hingabe an die Wahrheit, der Hochschätzung der menschlichen Würde und letztlich der Person und Botschaft Christi, der dieser Institution die ihr eigene Qualität gibt. Aufgrund dieser Prägung wird die Universitätsgemeinschaft vom Geist der Freiheit und der Liebe durchdrungen, und gekennzeichnet durch gegenseitige Achtung, durch ehrlichen Dialog und durch Schutz der Rechte eines jeden Einzelnen. Ihren Mitgliedern verhilft sie zur vollen Entfaltung ihrer Persönlichkeit. Die Mitglieder suchen umgekehrt als Einzelne, entsprechend ihrer Stellung und ihrer Fähigkeit, die Einheit zu fördern und sie tragen dazu bei, die Entscheidungen zu fällen, welche die Gemeinschaft selbst betreffen, so wie auch den katholischen Charakter dieser Institution zu wahren und zu stärken. 22. Die Universitätslehrer haben sich ständig um Fortbildung zu bemühen und Inhalte, Gegenstände und Ergebnisse jeder Disziplin in ein zusammenhängendes Weltbild einzuordnen. Die christlichen Dozenten sind aufgerufen, Zeugen und Lehrer echt christlichen Lebens zu sein, das die erreichte Verschmelzung von Glaube und Kultur, von entsprechender beruflicher Kompetenz und christlicher Weisheit offenbart. Alle Dozenten sollen durchdrungen sein von den hohen akademischen Zielen und von den Grundsätzen eines echt menschlichen Lebens. 23. Die Studierenden werden aufgefordert, sich eine Bildung anzueignen, die den hohen Rang der humanistischen und kulturellen Entfaltung mit der spezifischen Berufsausbildung verbindet. Diese Entfaltung muß so beschaffen sein, daß die Lernenden sich ermutigt fühlen, ihr ganzes Leben lang die Suche nach der Wahrheit und nach deren Sinn fortzusetzen, weil nämlich »der menschliche Geist so gebildet werden muß, daß die Fähigkeit des Staunens, der eigentlichen Wesenserkenntnis, der Kontemplation, der persönlichen Urteilsbildung und das religiöse, sittliche und gesellschaftliche Bewußtsein gefördert werden«.(23) Dadurch werden sie fähig und geeignet, sich eine echte christliche Lebensweise zu erwerben, oder, wenn sie diese vielleicht schon erreicht haben, zu vertiefen. Sie müssen sich des Ernstes ihres Berufes bewußt sein und Freude darüber empfinden, daß sie morgen qualifizierte Führer sein werden und Zeugen für Christus an ihrem jeweiligen Arbeitsplatz. 24. Die verantwortlichen Leiter und Verwalter einer Katholischen Universität haben ständig das Wachstum der Universität und der Universitätsgemeinschaft durch echte Pflichterfüllung im Geist des Dienens zu fördern. Einsatz und Zeugnis der nichtakademischen Mitarbeiter sind ebenfalls unverzichtbar für den Charakter und das Leben der Universität. 25. Viele Katholische Universitäten sind von Ordensgemeinschaften gegründet worden und weiterhin auf deren ständige Unterstützung angewiesen. Die Ordensgemeinschaften, die sich dem Apostolat der höheren Bildung widmen, sind daher aufgerufen, diesen Institutionen bei der Erneuerung ihrer Verpflichtung beizustehen und fortzufahren, solche Ordensmänner und Ordensfrauen auszubilden, von denen ein echter Beitrag für Aufgabe und Tätigkeit einer Katholischen Universität geleistet werden kann. Schließlich war und ist die Arbeit der Universität seit jeher ein Mittel, durch das die Laien eine bedeutsame Aufgabe in der Kirche erfüllen können. Im größeren Teil der Katholischen Universität besteht die akademische Gemeinschaft heute mehr aus Laien, die vermehrt viele höhere Dienste und Leitungsaufgaben wahrnehmen. Diese katholischen Laien folgen der Aufforderung der Kirche, »sich mutig und kreativ an den privilegierten Orten der Kultur, wie sie die Welt der Schulen und Universitäten ist, eine Präsenz zu verschaffen«.(24) Die Zukunft der Katholischen Universitäten hängt zu einem ganz großen Teil vom sachkundigen und hochherzigen Einsatz der katholischen Laien ab. Ihren wachsenden Einsatz in diesen Bildungsstätten wertet die Kirche als ein Zeichen großer Hoffnung und als eine Bestätigung der unersetzbaren Berufung der Laien in Kirche und Welt. Sie vertraut darauf, daß die Laien in Ausübung der ihnen eigenen Aufgaben »alle zeitlichen Dinge ... so durchleuchten und ordnen, daß sie immer Christus entsprechend geschehen und sich entwickeln und zum Lob des Schöpfers und Erlösers gereichen«.(25) 26. Den Universitätsgemeinschaften vieler katholischer Institutionen gehören Kollegen und Mitglieder aus anderen Kirchen, kirchlichen Gemeinschaften oder Religionen an, aber auch Kollegen, die sich zu keinem Glauben bekennen. Diese Männer und Frauen können aufgrund ihrer Erfahrung dem Fortschritt der verschiedenen akademischen Disziplinen oder der Durchführung anderer Aufgaben in der Universität nützen.
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23) II. Vat. Konzil, Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt von heute Gaudium et spes, 59: AAS 58 (1966), S. 1080. Kardinal NEWMAN beschreibt die betreffende Zielsetzung wie folgt: «Es wird eine Geisteshaltung geprägt, die ein Leben lang anhält und deren Kennzeichen sind: Freiheit, Gerechtigkeitsgefühl, Ruhe, Maß und Weisheit» (NEWMAN, The Idea of a University, SS. 101-102). 24) JOHANNES PAUL II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Christifideles Laici vom 30. Dezember 1988, Nr. 44: AAS 81 (1989), S. 479. 25) II. Vat. Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche Lumen gentium, 31: AAS 57 (1965), SS. 37-38; vgl. II. Vat. Konzil, Dekret über das Apostolat der Laien Apostolicam actuositatem, passim: AAS 58 (1966), SS. 837 ff.; vgl. II. Vat. Konzil, Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt von heute Gaudium et spes, 43: AAS 58 (1966), SS. 1061-1064. |
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