VIII.
AM
GRÖSSTEN IST DIE LIEBE
Angesichts von Veränderungen
28. »Die Kirche aber glaubt: Christus, der
für alle starb und auferstand, schenkt dem Menschen Licht und Kraft durch
seinen Geist, damit er seiner höchsten Berufung nachkommen kann«.(56)
Diese Worte aus der Konzilskonstitution Gaudium et Spes können wir
auf das Thema der vorliegenden Überlegungen beziehen. Der besondere
Hinweis auf die Würde der Frau und ihre Berufung in unserer heutigen Zeit
kann und muß in dem »Licht« und mit der »Kraft« aufgenommen werden, die
der Geist Christi dem Menschen schenkt: auch dem Menschen unserer, an
vielfältigen Wandlungen so reichen Zeit. Die Kirche »glaubt (...),
daß in ihrem Herrn und Meister der Schlüssel, der Mittelpunkt und
das Ziel« des Menschen, ja »der ganzen Menschheitsgeschichte gegeben ist«, und
sie »bekennt überdies, daß allen Wandlungen vieles Unwandelbare
zugrunde liegt, was seinen letzten Grund in Christus hat, der derselbe ist
gestern, heute und in Ewigkeit«.(57)
Mit diesen Worten weist uns die Konstitution
über die Kirche in der Welt von heute den Weg, der einzuschlagen ist, wenn
wir uns den Aufgaben bezüglich der Würde der Frau und ihrer Berufung
vor dem Hintergrund der für unsere Zeit bedeutsamen Veränderungen
stellen. Wir können uns mit diesen Wandlungen nur dann auf korrekte und
angemessene Weise auseinandersetzen, wenn wir auf den Grund
zurückgehen, der in Christus gegeben ist, zu jenen Wahrheiten und
»unwandelbaren« Werten, deren »treuer Zeuge« (vgl. Offg 1, 5) und Meister
er selbst ist. Eine andere Vorgangsweise würde zu zweifelhaften, wenn
nicht sogar zu falschen und trügerischen Ergebnissen führen.
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