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Ioannes Paulus PP. II
Mulieris dignitatem

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  • II. FRAU - GOTTESMUTTER (THEOTÓKOS)
    • Theotókos
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Theotókos

4. So macht »die Fülle der Zeit« die außerordentliche Würde der »Frau« offenbar. Diese Würde besteht einerseits in der übernatürlichen Erhebung zur Verbundenheit mit Gott in Jesus Christus, die das tiefste Ziel der Existenz jedes Menschen sowohl auf Erden wie in der Ewigkeit ausmacht. In diesem Sinne ist die »Frau« Vertreterin und Urbild der ganzen Menschheit: Sie vertritt das Menschsein, das zu allen Menschenwesen, Männern wie Frauen, gehört. Andererseits jedoch stellt das Ereignis von Nazaret eine Form der Verbundenheit mit dem lebendigen Gott dar, die nur der »Frau«, Maria, zukommen kann: die Verbundenheit zwischen Mutter und Sohn. Die Jungfrau aus Nazaret wird tatsächlich die Mutter Gottes.

Diese vom christlichen Glauben von Anfang an angenommene Wahrheit wurde auf dem Konzil von Ephesus (431) feierlich als Dogma formuliert.(18) Im Gegensatz zur Auffassung des Nestorius, der in Maria ausschließlich die Mutter des Menschen Jesus sah, hob dieses Konzil die wesentliche Bedeutung der Mutterschaft der Jungfrau Maria hervor. Als Maria im Augenblick der Verkündigung mit ihrem »Fiat« antwortete, empfing sie einen Menschen, der Sohn Gottes und gleichen Wesens mit dem Vater war. Sie ist daher wahrhaft die Mutter Gottes; denn ihre Mutterschaft betrifft die ganze Person und nicht nur den Leib und auch nicht nur die menschliche »Natur«. Auf diese Weise wurde der Name Theotókos - »Gottesgebärerin«, Gottesmutter - zum eigentlichen Namen für die der Jungfrau Maria gewährte Verbundenheit mit Gott.

Die besondere Verbundenheit der »Theotókos« mit Gott, welche die jedem Menschen geschenkte übernatürliche Bestimmung zur Verbundenheit mit dem Vater (filii in Filio) in überragendster Weise verwirklicht, ist reine Gnade und als solche ein Geschenk des Geistes. Gleichzeitig jedoch bringt Maria durch ihre im Glauben gesprochene Antwort ihren freien Willen zum Ausdruck und damit die volle Teilnahme ihres personalen, fraulichen »Ich« am Ereignis der Menschwerdung. Mit ihrem Fiat wird Maria zum wahren Subjekt jener Verbundenheit mit Gott, die sich im Geheimnis der Menschwerdung des mit dem Vater wesengleichen Wortes verwirklicht hat. Das gesamte Handeln Gottes in der Geschichte der Menschen achtet immer den freien Willen des menschlichen »Ich«. Das war auch bei der Verkündigung in Nazaret der Fall.




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