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b) Die
Würde der menschlichen Person
16.
Es gibt eine "verpflichtende
Forderung" für die Werbung, "die menschliche Person zu achten,
ihr Recht und ihre Verpflichtung zu einer verantwortlichen Wahl und ihre innere
Freiheit zu wahren. Alle diese Güter würden verletzt, wenn man die
instinktiven Bestrebungen des Menschen auszubeuten versuchte oder seine
Fähigkeit zum Überlegen und zur Entscheidung
beeinträchtigte".27
Diese Mibbräuche sind nicht blob
hypothetische Möglichkeiten, sondern sehr wohl Realitäten in einem
Grobteil des Werbealltags. Werbung kann die Würde der menschlichen Person
sowohl durch ihren Inhalt — wofür geworben wird und auf welche Art
dafür geworben wird — wie durch die Wirkung verletzen, die sie auf ihr
Publikum zu erzielen sucht. Davon haben wir bereits im Zusammenhang mit
Fällen gesprochen, wo sich die Werbung an die Sinnenlust, die Eitelkeit,
den Neid und die Gier wendet, und von Techniken Gebrauch macht, die die
menschliche Schwäche manipulieren und ausbeuten. Unter solchen
Umständen werden Werbeanzeigen leicht "zu Werkzeugen einer
entstellten Sicht des Lebens, der Familie, Religion und Moral — eine Sicht, die
die wahre Würde und Bestimmung der menschlichen Person nicht
achtet".28
In besonderer Weise akut ist dieses Problem
dort, wo speziell verwundbare Personengruppen oder -klassen betroffen sind:
Kinder und Jugendliche, ältere Menschen, Arme und kulturell
Benachteiligte.
Ein Grobteil der für Kinder bestimmten
Werbung versucht offensichtlich deren Leichtgläubigkeit und
Beeinflubbarkeit auszubeuten, in der Hoffnung, sie würden ihre Eltern dazu
bringen, ihnen für sie völlig nutzlose Waren zu kaufen. Werbung
dieser Art verstöbt in gleicher Weise gegen die Würde und Rechte der
Kinder und ihrer Eltern; sie mischt sich in die Eltern-Kind-Beziehung ein und
trachtet, sie für ihre eigenen Zwecke zu manipulieren. Auch manche im
Vergleich kleine Werbung, die sich insbesondere an ältere oder kulturell
benachteiligte Menschen wendet, soll allem Anschein nach mit ihren Ängsten
spielen, um sie zu überreden, ihre knappen Geldmittel für Güter
oder Dienste von zweifelhaftem Wert auszugeben.
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