EINLEITUNG »ERKENNE DICH SELBST« [1-6]
1.
Sowohl im Orient als auch im Abendland läßt sich ein Weg feststellen, der im
Laufe der Jahrhunderte die Menschheit fortschreitend zur Begegnung mit der
Wahrheit und zur Auseinandersetzung mit ihr geführt hat. Ein Weg, der sich —
anders konnte es gar nicht sein — im Horizont des Selbstbewußtseins der
menschlichen Person entfaltet hat: je mehr der Mensch die Wirklichkeit und die
Welt erkennt, desto besser erkennt er sich selbst in seiner Einmaligkeit,
während sich für ihn immer drängender die Frage nach dem Sinn der Dinge und
seines eigenen Daseins stellt. Alles, was als Gegenstand unserer Erkenntnis
erscheint, wird daher selbst Teil unseres Lebens. Am Architrav des Tempels von
Delphi war die ermahnende Aufforderung: Erkenne dich selbst! eingemeißelt
— als Zeugnis für eine Grundwahrheit, die als Mindestregel von jedem Menschen
angenommen werden muß, der sich innerhalb der ganzen Schöpfung gerade dadurch
als »Mensch« auszeichnen will, daß er sich selbst erkennt.
Im übrigen
zeigt uns ein bloßer Blick auf die Geschichte des Altertums deutlich, daß in
verschiedenen Gegenden der Erde, die von ganz unterschiedlichen Kulturen
geprägt waren, zur selben Zeit dieselben Grundsatzfragen auftauchten, die den
Gang des menschlichen Daseins kennzeichnen: Wer bin ich? Woher komme ich und
wohin gehe ich? Warum gibt es das Böse? Was wird nach diesem Leben sein? Diese
Fragen finden sich in Israels heiligen Schriften, sie tauchen aber auch in den
Weden und ebenso in der Awesta auf; wir finden sie in den Schriften des
Konfuzius und Lao-tse sowie in der Verkündigung der Tirthankara und bei Buddha.
Sie zeigen sich auch in den Dichtungen des Homer und in den Tragödien von
Euripides und Sophokles wie auch in den philosophischen Abhandlungen von Platon
und Aristoteles. Es sind Fragen, die ihren gemeinsamen Ursprung in der Suche
nach Sinn haben, die dem Menschen seit jeher auf der Seele brennt: von der
Antwort auf diese Fragen hängt in der Tat die Richtung ab, die das Dasein
prägen soll.
2.
Die Kirche ist an diesem Weg der Suche nicht unbeteiligt und kann es auch gar
nicht sein. Seit dem Ostertag, wo sie die letzte Wahrheit über das Leben des
Menschen als Geschenk empfangen hat, ist sie zur Pilgerin auf den Straßen der
Welt geworden, um zu verkünden, daß Jesus Christus »der Weg, die Wahrheit und
das Leben« ist (Joh 14, 6). Unter den verschiedenen Diensten, die sie
der Menschheit anzubieten hat, gibt es einen, der ihre Verantwortung in ganz besonderer
Weise herausstellt: den Dienst an der Wahrheit.1 Diese Sendung
macht einerseits die gläubige Gemeinde zur Teilhaberin an der gemeinsamen
Bemühung, welche die Menschheit vollbringt, um die Wahrheit zu
erreichen;2 andererseits verpflichtet sie sie dazu, sich um die
Verkündigung der erworbenen Gewißheiten zu kümmern; dies freilich in dem
Bewußtsein, daß jede erreichte Wahrheit immer nur eine Etappe auf dem Weg zu
jener vollen Wahrheit ist, die in der letzten Offenbarung Gottes enthüllt
werden wird: »Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte
Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich
unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen« (1 Kor 13,
12).
3.
Der Mensch besitzt vielfältige Möglichkeiten, um den Fortschritt in der
Wahrheitserkenntnis voranzutreiben und so sein Dasein immer menschlicher zu
machen. Unter diesen ragt die Philosophie hervor, die unmittelbar dazu
beiträgt, die Frage nach dem Sinn des Lebens zu stellen und die Antwort darauf
zu entwerfen: sie stellt sich daher als eine der vornehmsten Aufgaben der
Menschheit dar. Seiner etymologischen Herkunft aus dem Griechischen
entsprechend bedeutet das Wort Philosophie »Liebe zur Weisheit«. Die Entstehung
und Entfaltung der Philosophie fällt tatsächlich genau in die Zeit, als der
Mensch begonnen hat, sich nach dem Grund der Dinge und nach ihrem Ziel zu
fragen. Sie zeigt in verschiedenen Arten und Formen, daß das Streben nach
Wahrheit zur Natur des Menschen gehört. Es ist eine seiner Vernunft angeborene
Eigenschaft, sich nach dem Ursprung der Dinge zu fragen, auch wenn sich die
nach und nach gegebenen Antworten in einen Horizont einfügen, der die
Komplementarität der verschiedenen Kulturen, in denen der Mensch lebt, deutlich
macht.
Die Tatsache,
daß sich die Philosophie stark auf die Gestaltung und Entwicklung der Kulturen
des Abendlandes auswirkte, darf uns nicht den Einfluß vergessen lassen, den sie
auch auf die Daseinsvorstellungen ausgeübt hat, aus denen der Orient lebt.
Jedes Volk besitzt nämlich seine ihm eigene Ur-Weisheit, die als echter
Reichtum der Kulturen danach strebt, sich auch in rein philosophischen Formen
auszudrücken und zur Reife zu gelangen. Wie sehr das zutrifft, beweist der
Umstand, daß eine bis in unsere Tage gegenwärtige Grundform philosophischen
Wissens sogar in den Postulaten nachweisbar ist, denen die verschiedenen
nationalen und internationalen Gesetzgebungen bei der Regelung des
gesellschaftlichen Lebens folgen.
4.
Es muß allerdings betont werden, daß sich hinter einem einzigen Begriff
verschiedene Bedeutungen verbergen. Daher erweist sich eine einleitende
erläuternde Darstellung als notwendig. Angespornt von dem Streben, die letzte
Wahrheit über das Dasein zu entdecken, versucht der Mensch jene universalen
Kenntnisse zu erwerben, die es ihm erlauben, sich selbst besser zu begreifen
und in seiner Selbstverwirklichung voranzukommen. Die grundlegenden
Erkenntnisse entspringen dem Staunen, das durch die Betrachtung der
Schöpfung in ihm geweckt wird: der Mensch wird von Staunen ergriffen, sobald er
sich als eingebunden in die Welt und in Beziehung zu den anderen entdeckt, die
ihm ähnlich sind und deren Schicksal er teilt. Hier beginnt der Weg, der ihn
dann zur Entdeckung immer neuer Erkenntnishorizonte führen wird. Ohne das
Staunen würde der Mensch in die Monotonie der Wiederholung verfallen und sehr
bald zu einer wirklichen Existenz als Person unfähig werden.
Die dem
menschlichen Geist eigentümliche Fähigkeit zum spekulativen Denken führt durch
die philosophische Betätigung zur Ausbildung einer Form strengen Denkens und
so, durch die logische Folgerichtigkeit der Aussagen und die Geschlossenheit
der Inhalte, zum Aufbau eines systematischen Wissens. Dank dieses Prozesses
wurden in verschiedenen kulturellen Umfeldern und in verschiedenen Epochen
Ergebnisse erzielt, die zur Ausarbeitung echter Denksysteme geführt haben.
Dadurch war man im Laufe der Geschichte immer wieder der Versuchung ausgesetzt,
eine einzige Strömung mit dem gesamten philosophischen Denken gleichzusetzen.
Ganz offenkundig tritt jedoch in diesen Fällen ein gewisser »philosophischer
Hochmut« auf den Plan, der Anspruch darauf erhebt, die aus seiner eigenen
Perspektive stammende, unvollkommene Sicht zur allgemeinen Lesart zu erheben.
In Wirklichkeit muß jedes philosophische System, auch wenn es ohne
jegliche Instrumentalisierung in seiner Ganzheit anerkannt wird, dem
philosophischen Denken die Priorität zuerkennen, von dem es seinen
Ausgang nimmt und dem es folgerichtig dienen soll.
So ist es
möglich, trotz des Wandels der Zeiten und der Fortschritte des Wissens einen
Kern philosophischer Erkenntnisse zu erkennen, die in der Geschichte des
Denkens ständig präsent sind. Man denke, um nur ein Beispiel zu nennen, an die
Prinzipien der Non-Kontradiktion, der Finalität, der Kausalität wie auch an die
Auffassung von der Person als freiem und verständigem Subjekt und an ihre
Fähigkeit, Gott, die Wahrheit und das Gute zu erkennen; man denke ferner an
einige moralische Grundsätze, die allgemein geteilt werden. Diese und andere
Themen weisen darauf hin, daß es abgesehen von den einzelnen Denkrichtungen
eine Gesamtheit von Erkenntnissen gibt, in der man so etwas wie ein geistiges
Erbe der Menschheit erkennen kann; gleichsam als befänden wir uns im Angesicht
einer impliziten Philosophie, auf Grund der sich ein jeder bewußt ist,
diese Prinzipien, wenngleich in undeutlicher, unreflektierter Form zu besitzen.
Diese Erkenntnisse sollten, eben weil sie in irgendeiner Weise von allen
geteilt werden, eine Art Bezugspunkt der verschiedenen philosophischen Schulen
darstellen. Wenn es der Vernunft gelingt, die ersten und allgemeinen Prinzipien
des Seins zu erfassen und zu formulieren und daraus in rechter Weise
konsequente Schlußfolgerungen von logischer und deontologischer Bedeutung zu
entwickeln, dann kann sie sich als eine richtige Vernunft oder, wie die antiken
Denker sie nannten, als orthòs logos, recta ratio ausgeben.
5.
Die Kirche ihrerseits kann nicht umhin, den Einsatz der Vernunft für das
Erreichen von Zielen anzuerkennen, die das menschliche Dasein immer würdiger
machen. Denn sie sieht in der Philosophie den Weg, um Grundwahrheiten zu
erkennen, welche die Existenz des Menschen betreffen. Gleichzeitig betrachtet
sie die Philosophie als unverzichtbare Hilfe, um das Glaubensverständnis zu
vertiefen und die Wahrheit des Evangeliums allen, die sie noch nicht kennen,
mitzuteilen.
Im Anschluß an
ähnliche Initiativen meiner Vorgänger möchte daher auch ich den Blick auf diese
besondere Betätigung der Vernunft richten. Dazu drängt mich die Beobachtung,
daß vor allem in unserer Zeit die Suche nach der letzten Wahrheit oft getrübt
erscheint. Die moderne Philosophie hat zweifellos das große Verdienst, ihre
Aufmerksamkeit auf den Menschen konzentriert zu haben. Von daher hat eine mit
Fragen beladene Vernunft ihr Streben nach immer mehr und immer tieferer
Erkenntnis weiterentwickelt. So wurden komplexe Denksysteme aufgebaut, die in
den verschiedenen Wissensbereichen Früchte getragen haben, da sie die
Entfaltung von Kultur und Geschichte förderten. Die Anthropologie, die Logik,
die Naturwissenschaften, die Geschichte, die Sprache..., gewissermaßen die
Gesamtheit des Wissens wurde davon erfaßt. Die positiven Ergebnisse, die erzielt
wurden, dürfen jedoch nicht zur Vernachlässigung der Tatsache verleiten, daß
dieselbe Vernunft, mit einseitigen Forschungen über den Menschen als Subjekt
beschäftigt, vergessen zu haben scheint, daß dieser Mensch immer auch dazu
berufen ist, sich einer Wahrheit zuzuwenden, die ihn übersteigt. Ohne Beziehung
zu dieser Wahrheit bleibt jeder vom eigenen Gutdünken abhängig, und seine
Verfaßtheit als Person wird schließlich nach pragmatischen, im wesentlichen auf
empirischen Angaben beruhenden Kriterien beurteilt, in der irrigen Überzeugung,
alles müsse von der Technik beherrscht werden. So kam es, daß sich die
Vernunft, anstatt die Spannung zur Wahrheit bestmöglich auszudrücken, unter der
Last des vielen Wissens über sich selbst gebeugt hat und von Tag zu Tag unfähiger
wurde, den Blick nach oben zu erheben, um das Wagnis einzugehen, zur Wahrheit
des Seins zu gelangen. Die moderne Philosophie hat das Fragen nach dem Sein
vernachlässigt und ihr Suchen auf die Kenntnis vom Menschen konzentriert.
Anstatt von der dem Menschen eigenen Fähigkeit zur Wahrheitserkenntnis Gebrauch
zu machen, hat sie es vorgezogen, deren Grenzen und Bedingtheiten
herauszustellen.
Daraus
enstanden verschiedene Formen von Agnostizismus und Relativismus, die
schließlich zur Folge hatten, daß sich das philosophische Suchen im Fließsand
eines allgemeinen Skeptizismus verlor. In jüngster Zeit haben dann verschiedene
Lehren Bedeutung erlangt, die sogar jene Wahrheiten zu entwerten trachten, die
erreicht zu haben für den Menschen eine Gewißheit war. Die legitime Pluralität
von Denkpositionen ist einem indifferenten Pluralismus gewichen, der auf der
Annahme fußt, alle Denkpositionen seien gleichwertig: Das ist eines der
verbreitetsten Symptome für das Mißtrauen gegenüber der Wahrheit, das man in der
heutigen Welt feststellen kann. Auch manche aus dem Orient stammende
Lebensanschauungen entgehen nicht diesem Vorbehalt. In ihnen wird nämlich der
Wahrheit ihr Exklusivcharakter abgesprochen. Dabei geht man von der Annahme
aus, daß die Wahrheit in verschiedenen, ja sogar einander widersprechenden
Lehren gleichermaßen in Erscheinung trete. In diesem Horizont ist alles auf
Meinung reduziert. Man hat den Eindruck einer Bewegung, die sich wie eine Welle
nach oben und nach unten bewegt: Während es dem philosophischen Denken
einerseits gelungen ist, in den Weg einzumünden, der es immer näher an die
menschliche Existenz und ihre Ausdrucksformen heranführt, ist es andererseits
bestrebt, existentielle, hermeneutische oder linguistische Anschauungen zu
entwickeln, die auf die radikale Frage nach der Wahrheit des Lebens als Person,
des Seins und Gottes verzichten. Als Folge davon sind beim modernen Menschen,
und das nicht nur bei einigen Philosophen, Haltungen eines verbreiteten
Mißtrauens gegenüber den großartigen Erkenntnisfähigkeiten des Menschen zutage
getreten. Mit falscher Bescheidenheit gibt man sich mit provisorischen
Teilwahrheiten zufrieden, ohne überhaupt noch zu versuchen, radikale Fragen
nach dem Sinn und letzten Grund des menschlichen, persönlichen und gesellschaftlichen
Lebens zu stellen. Die Hoffnung, von der Philosophie endgültige Antworten auf
diese Fragen zu erhalten, ist also geschwunden.
6.
Ausgestattet mit der Kompetenz, die ihr als Verwahrerin der Offenbarung Jesu
Christi erwächst, will nun die Kirche die Notwendigkeit des Nachdenkens über
die Wahrheit neu bekräftigen. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, mich
sowohl an die Mitbrüder im Bischofsamt zu wenden, mit denen ich die Sendung
teile, »offen die Wahrheit« (2 Kor 4, 2) zu verkünden, als auch an die
Theologen und Philosophen, deren Aufgabe die Erforschung der verschiedenen
Aspekte der Wahrheit ist, sowie an alle Menschen, die sich auf der Suche
befinden: Ich will sie teilhaben lassen an einigen Überlegungen hinsichtlich
des Weges, der zur wahren Weisheit führt, damit jeder, der die Liebe zu ihr im
Herzen trägt, den richtigen Weg einzuschlagen vermag, um sie zu erreichen und
in ihr Ruhe in seiner Mühsal sowie geistige Freude zu finden.
Anstoß zu
dieser Initiative ist für mich zunächst die vom II. Vatikanischen Konzil
formulierte Erkenntnis, daß die Bischöfe »Zeugen der göttlichen und
katholischen Wahrheit« sind.3 Die Wahrheit zu bezeugen ist also eine
Aufgabe, die uns Bischöfen übertragen wurde; ihr können wir uns nicht versagen,
ohne das Amt, das wir erhalten haben, zu vernachlässigen. Durch neuerliche
Bekräftigung der Glaubenswahrheit können wir dem Menschen unserer Zeit wieder
echtes Vertrauen in seine Erkenntnisfähigkeiten geben und der Philosophie eine
Herausforderung bieten, damit sie ihre volle Würde wiedererlangen und entfalten
kann.
Noch ein
weiterer Beweggrund veranlaßt mich zur Abfassung dieser Überlegungen. In der
Enzyklika Veritatis splendor habe ich »einige fundamentale Wahrheiten
der katholischen Lehre in Erinnerung« gerufen, »die im heutigen Kontext Gefahr
laufen, verfälscht oder verneint zu werden«.4 Mit dem vorliegenden
Schreiben möchte ich nun jenen Gedanken weiterführen und dabei die
Aufmerksamkeit eben auf das Thema Wahrheit und auf ihr Fundament im
Verhältnis zum Glauben konzentrieren. Denn man kann nicht leugnen, daß
unsere Zeit mit ihren raschen und umfassenden Veränderungen vor allem die
jungen Generationen, denen die Zukunft gehört und von denen sie abhängt, dem
Gefühl aussetzt, ohne echte Bezugspunkte zu sein. Das Erfordernis eines
Fundamentes, auf dem das Dasein des einzelnen und der Gesellschaft aufgebaut
werden kann, macht sich vor allem dann in dringender Weise bemerkbar, wenn man
die Bruchstückhaftigkeit von Angeboten feststellen muß, die unter Vortäuschung
der Möglichkeit, zum wahren Sinn des Daseins zu gelangen, das Vergängliche zum
Wert erheben. So kommt es, daß viele ihr Leben fast bis an den Rand des
Abgrunds dahinschleppen, ohne zu wissen, worauf sie eigentlich zugehen. Das
hängt auch damit zusammen, daß diejenigen, die dazu berufen waren, die Frucht
ihres Nachdenkens in kulturellen Formen auszudrücken, den Blick von der
Wahrheit abgewandt haben und der Mühe geduldigen Suchens nach dem, was gelebt
zu werden verdient, den Erfolg im Unmittelbaren vorziehen. Die Philosophie, der
die große Verantwortung zukommt, das Denken und die Kultur durch den
fortwährenden Hinweis auf die Wahrheitssuche zu gestalten, muß mit aller Kraft
ihre ursprüngliche Berufung zurückgewinnen. Deshalb habe ich nicht nur das
Bedürfnis gefühlt, sondern es auch als meine Pflicht empfunden, mich zu diesem
Thema zu äußern, damit die Menschheit an der Schwelle des dritten Jahrtausends
christlicher Zeitrechnung sich der großartigen Fähigkeiten, die ihr gewährt
wurden, deutlicher bewußt werde und sich mit neuem Mut für die Verwirklichung
des Heilsplanes einsetze, in den ihre Geschichte eingebettet ist.
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