Laborem
exercens
Segen
Verehrte
Mitbrüder im Bischofsamt, liebe Söhne und Töchter!
Gruß und Apostolischen Segen!
DURCH ARBEIT muß
sich der Mensch sein tägliches Brot besorgen, und nur so kann er
beständig zum Fortschritt von Wissenschaft und Technik sowie zur kulturellen
und moralischen Hebung der Gesellschaft beitragen, in Lebensgemeinschaft mit
seinen Brüdern und Schwestern. Hier geht es um jede Arbeit, die der Mensch
verrichtet, unabhängig von ihrer Art und den Umständen; gemeint ist jedes
menschliche Tun, das man unter der reichen Vielfalt der Tätigkeiten, deren der
Mensch fähig ist und zu denen ihn seine Natur, sein Menschsein, disponiert, als
Arbeit anerkennen kann und muß. Nach Gottes Bild und Gleichnis
inmitten des sichtbaren Universums geschaffen und dorthingestellt, damit er die
Erde sich untertan mache, ist der Mensch daher seit dem Anfang
zur Arbeit berufen. Die Arbeit ist eines der Kennzeichen, die den Menschen
von den anderen Geschöpfen unterscheiden, deren mit der Erhaltung des
Lebens verbundene Tätigkeit man nicht als Arbeit bezeichnen kann; nur der
Mensch ist zur Arbeit befähigt, nur er verrichtet sie, wobei er gleichzeitig
seine irdische Existenz mit ihr ausfüllt. Die Arbeit trägt somit ein besonderes
Merkmal des Menschen und der Menschheit, das Merkmal der Person, die in einer
Gemeinschaft von Personen wirkt; dieses Merkmal bestimmt ihre innere Qualität
und macht in gewisser Hinsicht ihr Wesen aus.
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