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Ioannes Paulus PP. II
Redemptoris missio

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  • KAPITEL III DER HEILIGE GEIST ALS VORKÄMPFER FÜR DIE MISSION
    • Der Geist hat die führende Rolle bei der Sendung
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Der Geist hat die führende Rolle bei der Sendung

24. Die Sendung der Kirche ist, wie die Jesu, Werk Gottes oder, wie Lukas oft schreibt, Werk des Geistes. Nach der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu machen die Apostel eine intensive Erfahrung, die sie umwandelt: Pfingsten. Die Ankunft des Heiligen Geistes macht aus ihnen Zeugen und Propheten (vgl. Apg 1, 8; 2, 17-18). Sie sind beseelt von einer unaufdringlichen Kühnheit, die sie anleitet, anderen ihre Erfahrungen mit Jesus und die Hoffnung, die sie erfüllt, mitzuteilen. Der Geist macht sie fähig, für Jesus »freimütig« Zeugnis abzulegen.33

Als die Verkünder der Botschaft aus Jerusalem hinausziehen, übernimmt der Geist noch mehr die Führerrolle, sei es in der Auswahl der Personen oder der zu beschreitenden Wege in der Mission. Sein Wirken zeigt sich insbesondere im Anstoß zur Mission, die nach den Worten Christi von Jerusalem aus sich über ganz Judäa und Samaria bis an die äußersten Enden der Erde ausbreitet.

Die Apostelgeschichte bietet sechs zusammenfassende Berichte von »Missionsreden«, die in den Anfängen der Kirche an die Juden gerichtet sind (vgl. Apg 2, 22-39; 3, 12-26; 4, 9-12; 5, 29-32; 10, 34-43; 13, 16-41). Diese Reden können als Modelle gelten, die von Petrus und Paulus gehalten wurden. Sie verkünden Jesus, rufen zur »Bekehrung«, d.h. Jesus soll im Glauben aufgenommen werden und vom Geist soll man sich in ihn umwandeln lassen.

Paulus und Barnabas werden vom Geist zu den Heiden gedrängt (vgl. Apg 13, 46-48), was nicht ohne Spannungen und Probleme vor sich geht. Wie sollen die bekehrten Heiden ihren Glauben an Jesus leben? Sind sie an die jüdische Tradition gebunden und an das Gesetz der Beschneidung? Beim ersten Konzil, das um die Apostel Mitglieder verschiedener Kirchen versammelt, wird eine Entscheidung gefällt, die als vom Geist stammende anerkannt wird: es ist nicht nötig, daß ein Heide sich dem jüdischen Gesetz unterwirft, um Christ zu werden (vgl. Apg 15, 5-11). Von da an öffnet die Kirche ihre Tore und wird das Haus, in das alle eintreten und sich zu Hause fühlen können, indem sie die eigene Kultur und die eigene Tradition beibehalten, sofern diese nicht im Gegensatz zum Evangelium stehen.

25. Die Missionare sind dieser Linie gefolgt und halten sich stets die Erwartungen und Hoffnungen, die Sorgen und Leiden, die Kultur der Menschen gegenwärtig, um ihnen das Heil in Christus zu verkünden. Die Reden in Lystra und Athen (vgl. Apg 14, 11-17; 17, 22-31) werden als Muster der Evangelisierung bei den Heiden angesehen: Paulus kommt mit den Kulturen und religiösen Werten verschiedener Völker ins Gespräch. Den Bewohnern von Lykaonien, die eine kosmische Religion praktizierten, bringt er religiöse Erfahrungen in Erinnerung, die sich auf den Kosmos beziehen; mit den Griechen spricht er über Philosophie und zitiert ihre Dichter (vgl. Apg 17, 18. 26-28). Der Gott, den er ihnen offenbaren will, ist in ihrem Leben schon anwesend: er hat sie nämlich geschaffen und leitet geheimnisvoll die Völker und die Geschichte (vgl. Apg 14, 16-17); dennoch sollen sie, um den wahren Gott zu erkennen, ihre falschen, von ihnen selbst verfertigten Götter verlassen und sich für jenen öffnen, den Gott gesandt hat, um ihrer Unwissenheit abzuhelfen und die Erwartung ihres Herzens zu erfüllen (vgl. Apg 17, 20. 30). Dies sind Reden, die als Beispiele für die Inkulturation des Evangeliums gelten können.

Unter dem Drängen des Geistes öffnet sich der christliche Glaube mit Entschiedenheit gegenüber den »Völkern«, und das Zeugnis von Christus gelangt zu den wichtigsten Zentren des östlichen Mittelmeeres, um dann nach Rom und den äußersten Westen zu kommen. Der Geist drängt dazu, immer weiter zu gehen, nicht nur im geographischen Sinne, sondern auch dazu, ethnische und religiöse Barrieren zugunsten einer wahrhaft universalen Mission zu überwinden.




33 Dieser Ausdruck entspricht dem griechischen parresia, der auch Begeisterung, Stärke bezeichnet; vgl. Apg 2, 29; 4, 13 29 31; 9, 27 28; 13, 46; 14, 3; 18, 26; 19, 8 26; 28, 31.






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