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Ioannes Paulus PP. II
Redemptoris missio

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  • KAPITEL IV DAS UNBEGRENZTE AUSMAß DER MISSION AD GENTES
    • Trotz Schwierigkeiten allen Völkern
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Trotz Schwierigkeiten allen Völkern

35. Die Mission ad gentes steht vor einer ungeheuren Aufgabe, die keineswegs im Schwinden ist. Im Gegenteil, sie scheint ein noch viel weiteres Blickfeld vor sich zu haben, sowohl unter der zahlenmäßigen Rücksicht der demographischen Zunahme als auch unter der sozio-kulturellen Rücksicht des Entstehens neuer Beziehungen, neuer Kontakte und sich verändernder Situationen. Der Auftrag zur Verkündigung Jesu Christi bei allen Völkern ist sehr umfangreich und im Vergleich zu den menschlichen Kräften der Kirche unverhältnismäßig groß.

Die Schwierigkeiten scheinen unüberwindbar und könnten entmutigen, wenn es sich um ein rein menschliches Unterfangen handelte. In einigen Ländern ist den Missionaren die Einreise verboten; in anderen ist nicht nur die Evangelisierung verboten, sondern auch die Konversion und sogar der christliche Kult. Noch anderswo bestehen Hindernisse kultureller Art: die Vermittlung der evangelischen Botschaft erscheint irrelevant oder unverständlich; Bekehrung wird als Verleugnung des eigenen Volkes und der eigenen Kultur angesehen.

36. Es gibt im Volk Gottes auch interne Schwierigkeiten, die noch viel schmerzlicher sind. Schon mein Vorgänger Papst Paul VI. hat an erster Stelle hingewiesen auf »das Fehlen des Eifers, was umso schlimmer ist, weil es von innen kommt; dies zeige sich in der Müdigkeit, in der Enttäuschung, in der Bequemlichkeit, in mangelndem Interesse und vor allem im Fehlen der Freude und der Hoffnung«.56 Große Hindernisse für die Missionsbereitschaft der Kirche bilden auch die früheren und gegenwärtigen Spaltungen unter den Christen,57 die Entchristlichung in christlichen Ländern, das Zurückgehen der Berufe zum Apostolat, die abstoßenden Zeugnisse von Gläubigen und christlichen Gemeinden, die in ihrem Leben nicht dem Modell Christi folgen. Eine der schwerwiegendsten Ursachen des geringen Interesses für den Missionseinsatz ist jedoch eine Denkweise der Gleichgültigkeit, die leider auch unter Christen weit verbreitet ist und die ihre Wurzeln in theologisch nicht richtigen Vorstellungen hat. Diese Denkweise ist durchdrungen von einem religiösen Relativismus, der zur Annahme führt, daß »eine Religion gleich viel gilt wie die andere«. Wir können hinzufügen - wie derselbe Papst sagte -, daß es auch »Alibis gibt, die von der Evangelisierung ablenken. Am gefährlichsten sind sicher jene, von denen man sich einbildet, sie fänden in dieser oder jener Lehre des Konzils einen Anhaltspunkt«.58

Ich lege diesbezüglich den Theologen und den Fachleuten der christlichen Presse lebhaft nahe, den eigenen Dienst für die Mission zu verstärken und den tiefen Sinn ihres wichtigen Dienstes auf dem rechten Wege des »sentire cum Ecclesia« zu entdecken.

Die inneren und äußeren Schwierigkeiten dürfen uns nicht untätig oder zu Pessimisten machen. Was hier - wie in jedem Bereich des christlichen Lebens - zählt, ist das Vertrauen, das aus dem Glauben kommt, aus der Überzeugung also, daß nicht wir die Hauptpersonen der Mission sind, sondern Jesus Christus und sein Geist. Wir sind nur Mitarbeiter; und wenn wir alles getan haben, was uns möglich ist, müssen wir sagen: »Wir sind unnütze Diener. Wir haben getan, was zu tun uns aufgetragen war« (Lk 17, 10).




56 Apostol. Schreiben Evangelii nuntiandi; Nr. 80: a.a.O., 73.



57 Vgl. II. VATIKANISCHES KONZIL, Dekret über die Missionstätigkeit der Kirche Ad gentes, Nr. 6.



58 Apostol. Schreiben Euangelii nuntiandi, Nr. 80: a.a.O. 73.






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